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PrologBearbeiten

Der Drache sah zufrieden auf seinen Fang, er hatte viele Fische erbeuten können. Da er alleine durch die Welt zog, musste er es auch nicht mit jemandem teilen. Er musste es höchstens vor einem anderen Drachen beschützen, doch das war meist kein Problem, da er sehr gut im Kampf war. Plötzlich hörte er leise Flügelschläge und so spähte er in den Himmel. Er sah fünf Drachen am Horizont, welche sehr schnell unterwegs waren und genau auf ihn zuschossen. Das Gesicht des Drachens verfinsterte sich, es wurde also doch nichts aus seinem Essen. Da der Drache nicht auf einen Kampf aus war, stieg er in die Luft und flog davon, um den fremden Drachen seine Beute zu überlassen. Doch als er über seine Schulter zurückblickte, merkte er, dass die Anderen nicht wie gedacht zum Fisch flogen, sondern weiterhin mit schnellen Flügelschlägen auf ihn zuschossen. Der Drache beschleunigte seinen Flug und raste über die Bäume unter ihm hinweg. Seine Verfolger waren ihm dicht auf den Fersen. Da kam ihm plötzlich eine Idee. Er zog seine Flügel eng an seinen Körper und liess sich mit atemberaubender Geschwindigkeit ins Blätterdach fallen. Die Äste peitschten ihm ins Gesicht und kratzen ihm die Schuppen auf, doch dies war im Moment gerade sein kleinstes Problem. Kurz vor dem Boden riss er seine Flügel wieder auseinander und raste geschickt zwischen den Bäumen hindurch. Er jagte in engen Kurven an den Stämmen vorbei und schon bald hatte er den Wald hinter sich gelassen. Er war bereits nahe am Ende der Insel und als er zurückblickte, konnte er seine Verfolger nicht ausmachen. Ein zufriedenes Grinsen legte sich auf sein Gesicht, doch dieses hielt nicht lange an. Kurz bevor er über die Klippe davonfliegen konnte, sprang ihn von der Seite einer der Verfolger an. Die Drachen rollten über die Felsen und der Angreifer versuchte seinen Gegner immer wieder zu beissen. Der Andere war aber sehr schnell und wich ihm geschickt aus. Es war für diesen aber nicht einfach, denn er merkte, dass er hier gegen eine Schnappende Falle kämpfte. Das hiess, dass ihn gleich vier Köpfe attackierten. Die Drachen kämpften beide wild entschlossen, zu gewinnen und so war es ein sehr schwerer Kampf. Der Drache, welcher gegen die Schnappende Falle kämpfte, schlug seine Krallen in die Schuppen seines Gegners und schaffte es die Oberhand im Kampf zu erringen. Sie kamen immer näher zur Klippe, doch der Angreifer merkte es nicht. Dies nutzte der Andere aus und trieb ihn immer näher darauf zu. Die Kämpfer keuchten beide, doch keiner dachte ans Aufhören. Sie schlugen mit ihren Flügeln und Krallen und bissen unaufhörlich. Dann waren sie am Rand der Klippe. Die Schnappende Falle merkte es erst, als ihr Fuss ins Leere trat. Sie riss die Augen auf, sah den anderen Drachen entsetzt an und stürzte hinab in die Tiefe. Der Drache wollte sich noch in der Luft drehen, aber sein Flügel schlug hart auf einem Felsen auf. Er brüllte vor Schmerz, doch als er unten auf dem Strand aufschlug, verstummte er. Der Drache oben auf der Klippe schaute hinab auf den anderen. Er wünschte, es wäre nicht so weit gekommen, doch er hatte es nicht verhindern können. Dann flog er los, denn er wusste, dass er gehen musste, weil die anderen, welche mit der Schnappenden Falle gekommen waren, würden sicher bald dort sein. Der Drache zwang seine vom Kampf erschöpften Flügel zum Losfliegen und strengte sich an, möglichst schnell von der Insel weg zu kommen. Als er die Insel schon fast nicht mehr sehen konnte, hörte er ein wütendes Brüllen, von Drachen, die sich nach Rache sehnten.

Die NiederlageBearbeiten

Seit Silvers Angriff auf das Rudel von Night schien ihr nichts mehr zu gelingen. Öfters wurde sie von den Drachen, die sie angriff besiegt und verjagt, was ihr vorher fast nie passiert war. Sie wurde mit jedem misslungenen Angriff wütender und griff immer häufiger ganze Gruppen von Drachen an, gegen welche sie von Anfang an keine Chance hatte. Sie gab dem Rudel die ganze Schuld, doch begriff nicht, dass sie früher immer nur einzelne Drachen angegriffen hatte und einer Gruppe alleine einfach nicht gewachsen war. Sie steigerte sich in eine unbändige Wut, was ihr zusätzliche Kraft verlieh.

Eines Tages entdeckte sie eine Gruppe von Drachen und schoss gleich auf diese zu. Die Drachen waren alle eher jünger, aber schon erwachsen. Sie hatten kräftige Muskeln und waren ausgeruht, doch all das beachtete Silver nicht. Sie sah nur neue Opfer für eine weiteren ihrer Angriffe. So begann sie sofort mit Plasmaschüssen auf die Gruppe los zu gehen und ging bald in den Nahkampf über. Einigen der Drachen konnte sie die Schuppen aufkratzen oder ihnen einen schmerzenden Biss zufügen, doch mehr erreichte sie nicht. Sie kämpfte trotzdem verbittert weiter und ihre Gegenspieler mussten sich recht anstrengen, um sie zu besiegen, da Silver sehr flink war. Als sie gerade auf einen einzelnen Drachen fixiert war, konnten die anderen sei überrumpeln und auf dem Boden festhalten. «Was hätte der Angriff den sein sollen?», fragte der eine keuchend. «Flink wie ein Wiesel, aber nicht im Geringsten stark genug, um gegen eine Gruppe zu bestehen», fasste der eine Drache Silvers Kampfkünste spöttisch zusammen. «Du scheinst wohl eher für den hinterhältigen Überfall auf einzelne Drachen zu üben», meinte ein Anderer und blickte ihr angewidert ins Gesicht. Einer der Drachen begann sich über sie lustig zu machen: «Gegen uns hatte die ja keine Chance! Die sollte es lieber bei einem alten, zerbrechlichen Drachen versuchen!» Ein zweiter erwiderte: «Meine Oma ist ja sogar besser im Kampf als die!» Die Drachen lachten über Silver, was sie natürlich gar nicht toll fand. «Die Kleine will wohl auch Angst und Schrecken verbreiten, wie Demon und sein Gefolge», meinte ein Dritter. Silver wurde hellhörig: «Wer ist das?» Die Drachen lachten wieder. «Willst du etwa behaupten, dass du uns aus einem anderen Grund angegriffen hast? Ich kann mir nämlich keinen vorstellen», sagte ein Drache, welcher sich vorher eher im Hintergrund gehalten hatte. «Ich kann angreifen, wen ich will und wann ich will!», fauchte Silver. Grinsend erwiderte der Drache: «Und ich kann erzählen wer Demon ist, wem ich will und wann ich will. Und dir sage ich es sicher nicht!» Der weisse Nachtschatten fletschte seine Zähne und knurrte laut. Die anderen Drachen beachteten es kaum. «Was sollen wir mit ihr machen?», fragte jemand in die Runde.

Der PlanBearbeiten

Silver flog so schnell sie konnte. Die Drachen, welche sie angegriffen hatte, waren zum Schluss gekommen, dass sie ihr eine Lektion erteilen wollten und so fügten sie ihr eine tiefe Wunde am Bein zu, welche eine grosse Narbe hinterlassen würde. Danach liessen sie den weissen Nachtschatten ziehen und spotteten noch eine Weile über sie. Diese merkte das alles aber nicht wirklich, denn sie hatte nur ein Ziel und zwar möglichst schnell einen einzelnen Drachen zu finden, welchen sie nach diesem Demon fragen und welcher ihr den Weg zu ihm sagen konnte. Als Silver nämlich von diesen Drachen hörte, welche anscheinend Angst und Schrecken verbreiteten, war ihr eine Idee gekommen, wie sie endlich Rache nehmen konnte am Rudel von Night. So flog sie also, mit blutendem Bein und nach einer Insel mit Drachen Ausschau haltend, weg von ihren Peinigern. Nach einer Weile sah sie eine Insel, auf welche sie sofort zusteuerte. Sie überflog sie und achtete auf jede Bewegung unter ihr. Dann entdeckte sie etwas, doch es war ein Rudel Tödlcher Nadder. Durch ihr Erlebnis gerade eben, hatte Silver tatsächlich dazu gelernt und flog an den Drachen vorbei und suchte weiter nach einem einzelnen. Nur ein paar Minuten später sah sie, was sie gesucht hatte und schoss im Sturzflug nach unten. Der Gronkel, auf welchen sie sich stürzte, bemerkte sie viel zu spät und hatte keine Chance. Silver drückte ihn auf den Boden und fauchte ihm ins Gesicht: "Sag mir sofort, wer Demon und sein Gefolge sind und wo sie sich befinden!" Der Gronckel stotterte zuerst ein wenig, doch dann sagte er: "Demon und seine Leute sind eine Gruppe von Drachen, welche alle möglichen Drachen ohne Grund töten. Sie machen auch nicht Halt vor Müttern oder jungen Drachenkindern!" - "Heul nicht rum!", zischte der Nachtschatten. Bei diesen Worten zuckte der unterlegene Drache zusammen, sagte aber nichts. Silver fragte: "Wie viele und was für Drachen sind das genau?" Der Gronckel antwortete: "Demon ist ein Holzklau, Todbringer ein Leuchtender Fluch, Ice ein Schneegeist, Glutauge ein Riesenhafter Albtraum und Rin eine Schnappende Falle. Somit sind es fünf, doch es geht das Gerücht herum, dass Rin in einem Kampf gestorben ist, aber niemand weiss das genau." Nach diesen Worten starrte Silver in Gedanken in die Ferne und der andere Drache glaubte schon, dass sie jetzt gehen würde, doch da blickte sie ihn wieder an und flüsterte fast: "Und wo befinden sie sich?" - "Das weiss niemand genau", sagte der Gronckel. Der Nachtschatten fletschte wütend die Zähne und brüllte: "Aber wo heisst es, dass sie seien? Es gibt immer, über alles Gerüchte!" Der Gefangene begann zu zittern und antwortete mit Angst in der Stimme: "Ja, natürlich! Ich habe auch schon so ein Gerücht gehört. Es heisst, dass sie sich im Grasland hinter dem Tikana-Wald befinden." Mit Genugtuung in der Stimme flüsterte Silver: "Gut! Sehr gut!" Die Augen des Nachtschattens verengten sich zu Schlitzen und da dachte sich der Gronckel, dass es vorbei sei mit ihm. So schloss er die Augen und wartete auf sein Ende. Doch zu seinem Erstaunen, kam kein tödlicher Biss oder Schuss, sondern der Druck, welcher ihn am Boden festhielt verschwand. Als er seine Augen öffnete, sah er nur noch ein Schatten, welcher sehr schnell am Horizont verschwand.

RuheBearbeiten

"Bring mir einen Fisch!", rief Demon dem Schrecklichen Schrecken zu, welcher ein wenig neben ihm auf einem Baumstrunk sass. Der Kleine flatterte unterwürfig zu einem Berg Fische, schnappte sich einen davon und flog damit zurück zum Holzklau. "Das ist so gemütlich, dass du das kannst!", meinte Todbringer grinsend. Auch der andere grinste und liess sich den Fisch schmecken. Demon und seine Freunde hatten beschlossen, dass sie sich eine Pause gönnten und eine Weile am Rand des Tikana-Waldes im Schatten verweilten. Vorher hatten sie alle Drachen vertrieben und die, welche zu langsam waren, getötet. Zudem hat Demon alle Schrecklichen Schrecken unter seine Gewalt gebracht und liess sie nun für sich und seine Gruppe Nahrung besorgen. Glutauge und Ice waren gerade in einem See, welcher ein wenig weiter im Innern der Insel lag, am Baden. Demon und Todbringer lagen am Waldrand in der Sonne und genossen die letzten Sonnenstrahlen. "Ein paar Früchte wären jetzt perfekt", meinte der Leuchtende Fluch wie nebenbei. Demon verstand aber den Wink seines langjährigen Freundes sofort und schickte gleich ein paar Schrecken los. Nach einer Weile tauchten die anderen auf und legten sich auch zu ihnen. "Wie lange werden wir hierbleiben?", fragte Glutauge und blickte sich um. Demon antwortete: "Sicher eine Woche oder so." - "Richtig toll! Einfach mal nur rumliegen! Das wird bestimmt gemütlich!", schwärmte Ice. Mit prüfendem Blick und frechem Grinsen meinte Todbringer: "Nicht, dass du dich daran gewöhnst! Oder willst du etwa sesshaft werden? Du weisst was das bedeuten würde." Der Schneegeist riss die Augen auf und sagte schnell: "Nein, natürlich nicht! Es gibt nichts Besseres als mit euch herum zu ziehen!" Todbringer und Demon warfen sich einen Blick zu und dann sagte Todbringer: "Dann ist ja gut!" Genau in diesem Augenblick kamen die Schrecken, welche Früchte gesammelt hatten, zurück und die vier Drachen fielen über das Essen her.

Der WegBearbeiten

Nachdem Silver in der grossen Steppe eine kleine Pause gemacht hatte, machte sie sich wieder auf den Weg. Sie hatte an einem Fluss getrunken und sich einen Präriehund gefangen, doch noch immer hatte sie Hunger. Um keine Zeit zu verlieren flog sie weiter in Richtung des Tikana-Waldes und hielt immer Ausschau nach etwas Essbarem. Nachdem sie zwei weitere Präriehunde und eine Gazelle gegessen hatte, hatte sie wieder mehr Energie und flog schneller. Silver hatte ihre Ausdauer sehr stark ausprägen können, während der Suche nach Demon und seinen Freunden und so musste sie nur noch selten anhalten, um durch zu atmen oder sich sogar für ein Nickerchen hin zu legen. Mit jedem Flügelschlag wurde sie entschlossener und war sich sicher, dass ihr Plan, um sich am Drachenrudel von Night zu rächen, funktionieren würde. Sie beschloss, erneut nach einem anderen Drachen zu suchen, um ihn nach dem Aufenthaltsort von Demon zu fragen. So segelte sie also über sie Steppe, welche immer mehr zur Wüste wurde und hielt nach einem Drachen Ausschau. Die Reise, auf welcher sie gerade war, hatte Silver viel Zeit zum Überlegen gegeben. Währen andere verzweifeln würden, wenn sie so lange alleine sind, wurde der Nachtschatten immer schlauer und begann überlegter zu handeln. Wo sie früher noch einen Drachen angegriffen hätte, um dann auf gut Glück etwas von ihm zu erfahren, beschloss sie nun, den Drachen gar nicht anzugreifen, sondern ihn nur anzusprechen. Doch zuerst musste sie einen finden. Nach einer Weile entdeckte sie einen, welchen sie wegen seiner braun-gelben Färbung auf dem Sand fast nicht gesehen hatte. Sie flog also zu diesem Drachen hin und machte den Drachen mit einem freundlichen Brüllen auf sich aufmerksam. Dieser blickte ihr misstrauisch entgegen und schien sich zu überlegen, ob er lieber verschwinden sollte oder nicht. Silver landete mit einigem Abstand vor dem Sandgeist und begann zu sprechen: "Hallo, mein Freund. Kannst du mir eine Frage beantworten?" Der andere Drache schien ihr immer noch nicht ganz zu trauen, doch er antwortete: "Was für eine Frage?" Ohne lange um den heissen Brei herum zu reden, antwortete der Nachtschatten: "Weisst du, wo sich Demon und sein Gefolge befinden?" Nach dieser Frage blickte der Sandgeist noch viel misstrauischer und fragte: "Warum willst du das wissen?" - "Weil ich auf der Suche nach ihnen bin", antwortete Silver. "Und warum?", sagte der andere Drache, welcher anscheinend langsam die Geduld verlor. Silver meinte ganz gelassen: "Weil ich sie etwas fragen will" - "Du beantwortest meine Fragen gar nicht, sondern verschwendest nur meine Zeit! Ich habe noch andere Dinge vor!", knurrte der Sandgeist. "Wenn du mir meine Frage beantwortest, bin ich ganz schnell wieder weg und du kannst deine anderen Dinge erledigen", sagte Silver und hoffte, dass der andere Drache ihren Köder schluckte. Dies war ihr anscheinend gelungen, denn der Sandgeist sagte genervt: "Von mir aus! Sie haben sich an der Grenze des Tikana-Waldes gleich beim Grasland für eine Weile niedergelassen. Von hier aus musst du immer geradeaus fliegen, bis der Boden wieder grün wird. Dann geht es nicht mehr lange, bis du den äussersten Zipfel des Waldes erreichst. Dort musst du aufpassen, denn ganz in der Nähe befindet sich ein Menschendorf. Wenn du aber nah am Wald bleibst, solltest du diesen Kreaturen nicht begegnen. Du musst dann einfach dem Waldrand, auf Seite des Graslandes, nicht auf Seite der Steppe folgen und dann solltest du irgendwann direkt über das Lager von Demon fliegen. Ich empfehle dir jedoch nicht dorthin zu fliegen. Sie haben alle Drachen von dort verjagt, wenn sie sie nicht sogar getötet haben. Ich denke nicht, dass sie Gesellschaft möchten." Silver grinste zufrieden: "Mich werden sie gerne empfangen. Danke, mein Freund!" Dann erhob sie sich in die Lüfte und schlug die Richtung ein, welche ihr gerade gesagt wurde. Als sie schon die geeignete Flughöhe erreicht hatte hörte sie noch den Sandgeist unter ihr murmeln: "Mein Freund! Ich bin sicher nicht ihr Freund!" Über diese Worte grinsend, nahm Silver wieder Geschwindigkeit auf und spürte richtige Abenteuerlust in sich aufsteigen.

LangeweileBearbeiten

Es waren nun schon fast zwei Wochen vergangen, seit Demon beschlossen hatte, dass sie bei diesem Wald eine Weile Pause machen würden. Todbringer stank es langsam, nur herum zu liegen und so frage er: "Wie lange wollen wir noch hierbleiben? Mir ist richtig langweilig! Können wir nicht wieder einmal eine Tour machen auf welcher das Blut richtig fliesst?" Bei diesen Worten verzog er sein Mund zu einem hässlichen Grinsen, bei welchem er alle Zähne zeigte. "Ja, da bin ich sofort dabei! Die ganze Zeit nur Fisch und Beeren reicht mir langsam! Ich will wieder einmal frisches Drachenfleisch!", fügte Glutauge hinzu und grinste auf dieselbe Art und Weise. Demon schaute die beiden an und grinste dann auch ein wenig. "Ich habe Ice versprochen, dass wir zwei Wochen bleiben und ich halte meine Versprechen, oder zumindest euch gegenüber", antwortete er. Todbringer schnaubte wütend und flüsterte, damit Ice, welche sich wieder einmal am See befand, es sicher nicht hören konnte: "Ich traue ihr langsam nicht mehr! Sie scheint zu schwächeln. Ich glaube sie möchte nicht mehr töten. Eines Tages wird sie sich noch gegen uns stellen!" Demon schüttelte langsam den Kopf: "Nein, soweit wird es nicht kommen. Ich habe dies zwar auch bemerkt, doch können wir sie auch einfach testen. Beim nächsten Angriff auf eine grössere Gruppe von Drachen werden wir sehen, ob sie noch zu uns hält. Und sonst weisst du genauso gut wie ich, was mit ihr passieren wird." Nach diesen Worten schaute Demon seinem Freund beschwörend und viel bedeutend in die Augen. Todbringer nickte kaum merklich, breitete dann seine Flügel aus und hob ab, um eine Weile alleine zu sein. Demon und Glutauge legten sich wieder hin und liessen sich von den Schrecken weitere Fische bringen. Nicht viel später kam Ice aus dem Wald und legte sich zu ihnen. "Es ist so schön in diesem See zu baden! Wie wenn wir Ferien machen würden!", schwärmte sie. Todbringer und Glutauge wechselten nur einen vielsagenden Blick und wendeten sich dann wieder ihrem Essen zu.

Das ZusammentreffenBearbeiten

Silver flog nun schon eine Weile entlang des Tikana-Waldes. Den Zipfel des Waldes hatte sie schon umflogen und war zum Glück keinem Menschen begegnet. Auf solch eine Begegnung hatte sie wirklich keine Lust gehabt. Da sie wusste, dass es nun nicht mehr weit sein würde, bis sie Demon und seine Freunde erreichte, hatte sie ein hohes Tempo angeschlagen und schoss nur so über den Boden hinweg. Sie hielt die ganze Zeit nach den Drachen Ausschau, welche sie für ihren Plan benötigen würde. Plötzlich erkannte sie unter sich drei Drachen am Boden liegen. Silver bremste sofort ab und kreise über ihnen, um sie genauer zu betrachten. Schnell erkannte sie, dass es sich um einen Holzklau, einen Schneegeist und einen Riesenhaften Albtraum handelt. "Da sind sie endlich!", dachte sich der Nachtschatten erleichtert und segelte langsam auf den Boden zu. Sie landete mit ein wenig Abstand neben den Drachen und blickte ihnen entgegen. Bei ihrer Landung tat sich sofort etwas, denn die Drachen erhoben sich und gingen in eine angespannte Position über. Sie waren bereit anzugreifen, falls es nötig sein würde. "Wer bist du und was willst du hier?", fragte der Holzklau misstrauisch, jedoch wirkte er keinen Falls eingeschüchtert. "Du musst Demon sein.", bemerkte Silver und musste sich ein Grinsen über das erstaunte Gesicht des anderen verkneifen. Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: "Ich bin Silver und ich bin hier um euch ein Angebot zu machen." Die drei Drachen schauten sich erstaunt an und wendeten ihre Blicke dann wieder ihr zu. Der Holzklau fragte: "Und um was geht dieses Angebot?" Silver grinste böse. "Ich hatte vor ein paar Wochen Probleme mit einem Drachenrudel, welches mich besiegte. Ich lasse dies aber sicher nicht auf mir sitzen! Alleine kann ich sie aber nicht bezwingen, deshalb frage ich euch, ob ihr mir auf der Partie seid. Ich weiss genau, wie sehr ihr Gefallen habt, am Töten und natürlich würde ich euch die Drachen auch überlassen!", sagte Silver und wartete gespannt darauf, wie ihre Gegenüber reagieren werden. Demon's Gesicht zeigte keine Regungen, doch bei Ice und Glutauge konnte der Nachtschatten viel erkennen. Der Schneegeist schien verunsichert zu sein und fand wohl nicht viel Gefallen an dieser Idee, doch in den Augen des Albtraumes sah sie Lust und Vorfreude. Obwohl die Meinungen dieser beiden Drachen leicht abzulesen waren, sagten sie nichts. Sie schienen den Entscheid vom Holzklau abzuwarten. Nach einer Weile sprach Demon: "Dieses Angebot hört sich sehr interessant an. Wir sind jetzt schon eine Weile hier und schon länger konnten wir keine Drachen mehr töten. Das wäre die perfekte Abwechslung." - "Bedeutet dies, dass ihr das Angebot annehmt?", fragte Silver gespannt, doch liess sie sich ihre Aufregung nicht anmerken. "Dies werde ich nicht ohne Todbringer entscheiden! Wir werden warten bis er wieder hier ist!", sagte Demon in einem herrischen Ton. Über das Gesicht des Nachtschattens huschte ein wütender Ausdruck, doch schnell hatte sie sich wieder unter Kontrolle.

Die EntscheidungBearbeiten

"Nun gut, dann warten wir auf Todbringer. Je schneller er kommt, desto schneller können wir den Angriff starten", meinte Silver und versuchte sich ihr Missmut nicht anmerken zu lassen. Ice und Glutauge drehten sich ab und legten sich wieder hin. Demon liess seinen Blick noch eine Weile auf dem Nachtschatten ruhen. Er hatte die Ungeduld und Wut auf ihrem Gesicht gesehen. So fragte er sich, ob dieser Drache ihnen wirklich ihre vollen Absichten verraten hatte oder ob sie ihnen etwas verheimlichte. Doch bevor er Silver noch etwas fragen konnte, stürzte plötzlich etwas in vollem Tempo vom Himmel und drückte den Nachtschatten auf den Boden. Zwei hellblau leuchtende Augen mit einem blutdurstigen Ausdruck, starrten auf sie hinunter. Ganz nah an ihrer Kehle konnte Silver den Atem des anderen Drachen spüren und sie hörte ihn knurren. "Was haben wir denn da? Ein schöner, frischer Körper!", zischte der Drache ihr ins Ohr. Bei diesen Worten lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken, doch sie dachte keines Falls daran, einfach aufzugeben. Kurz bevor sie sich zu wehren begann, hörte sie eine bekannte Stimme: "Todbringer lass sie in Ruhe! Sie hat uns ein spannendes Angebot unterbreitet." Die hellblauen Augen wendeten sich von ihr ab und blickten Demon wütend an. Dieser fügte hinzu: "Ich weiss, dass du wieder Töten willst, doch du musst dich noch ein wenig gedulden. Hör an, was sie zu sagen hat." Noch ein letztes tiefes Knurren und dann liess der Druck auf Silver nach. Sie richtete sich auf und schüttelte sich zuerst. Dann blickte sie den Leuchtenden Fluch, welcher sie gerade angegriffen hatte wütend an. Ihre Flügel breitete sie ganz aus, schlug einmal fest damit und legte sie dann wieder an ihren Körper. Jedoch nicht komplett, damit sie grösser wirkte. "Dann erzähl mal!", sagte Todbringer. Silver warf ihm noch einen bösen Blick zu und erzählte dann zum zweiten Mal, wie es um ihr Angebot steht. Als sie endete blickte sie Todbringer herausfordernd an und wartete auf seine Reaktion. Der Leuchtende Fluch schien sich dieses Angebot durch den Kopf gehen zu lassen und man konnte ihm ansehen, dass er nicht genau wusste, wie er sich entscheiden sollte. Sollte er diesen Drachen in Ruhe lassen und in ein paar Wochen eine riesen Beute machen oder sollte er jetzt gleich seinen Tötungsdurst stillen und sich dieses vielversprechende Angebot durch die Finger gehen lassen. Nach einer Weile hatte er seine Entscheidung getroffen, blickte zu Demon und sie schienen sich mit diesem einen Blick direkt abgesprochen zu haben. Demon sah Silver wieder direkt in die Augen und sagte dann: "Führ uns zu diesem Rudel!" Silver begann böse zu grinsen. Da hängte der Holzklau noch bestimmend an: "Wir werden erst Morgen aufbrechen. Die Sonne geht schon fast unter und wir müssen ausgeruht sein für den lagen Flug. Ich habe keine Lust im Dunkeln zu fliegen." Silver knurrte leise, da sie am liebsten direkt aufgebrochen wäre, doch musste sie ihre Verbündeten auf ihrer Seite behalten. So legte sie sich auch hin und beobachtete die anderen, welche ein bisschen weiter weg von ihr lagen. Todbringer hatte sich neben Demon gelegt und sie sprachen leise miteinander. Silver interessierte es sehr, was sie besprachen, doch konnte sie es nicht hören und näher zu gehen konnte sie nicht wagen. So legte sie ihren Kopf auf ihre Pfoten und tat so, wie wenn sie schlafen würde. Sie döste jedoch nur und achtete auf jedes Geräusch - Diesem Todbringer traute sie nicht, doch er ist ein starker Kämpfer.

Der AufbruchBearbeiten

Am nächsten Tag war Silver schon vor Sonnenaufgang wach. Die anderen schienen noch tief zu schlafen. Sie fluchte leise vor sich hin. Ihr Gefühl sagte ihr, dass sie gerade wichtige Zeit verschwendeten. Doch sie wollte ihre neuen Verbündeten nicht verstimmen und so wartete sie, bis auch die anderen erwachten. Kaum hatten die ersten Sonnenstrahlen die Körper der Drachen gestreift, erwachten alle auf einmal. Wie wenn sie es abgesprochen hätten, erhoben sie sich und streckten sich alle. Dann beobachtete Silver, wie die vier noch die letzten Fische und Beeren aufassen, die neben ihnen lagen. Sie hatte keinen Hunger, denn sie hatte vorher schon ein Reh im Wald erlegt, doch ihr wurde auch nichts von dem Essen angeboten. Sie schienen noch nicht wirkliche Verbündete zu sein, denn keiner traute den anderen wirklich über den Weg. Als alles aufgegessen war, wendete sich Demon an Silver und fragte: "Wo genau befindet sich dieses Rudel?" Der Nachtschatten beschrieb den Weg dorthin möglichst genau und meinte dann: "Sie leben auf einer recht grossen Insel und sie verteilen sich während dem Tag auch über die ganze Fläche und gewisse fliegen sogar noch weiter weg. Wenn wir wirklich alle erwischen wollen, müssen wir zwischen spätem Abend und frühem Morgen angreifen." Demon legte den Kopf schief und fragte: "Wie viele sind alle?" Silver überlegte kurz und meinte dann: "Ich würde sagen etwa 35 Mitglieder. Darunter sind aber auch Kinder und Nachtschrecken, welche nicht wirklich Kämpfen können." Die Gesichter der anderen Drachen verfinsterten sich und Todbringer knurrte: "35! Warum hast du uns das nicht vorher gesagt! Glaubst du, dass wir zu fünft gegen so eine Übermacht gewinnen können? Du hast uns einen sicheren Sieg versprochen!" Silver versuchte sich zu verteidigen und sie davon zu überzeugen, dass sie trotzdem gewinnen könnten, doch die anderen Drachen blieben bei ihrer Meinung. Silver glaubte schon, dass sie ihre Verbündeten verloren hatte, da sagte Glutauge: "Wie wäre es, wenn wir das Todrudel mit ins Boot nehmen?" Die vier Drachen blickten sich vielsagend an. Ice meinte jedoch: "Ich denke nicht, dass die freiwillig mithelfen werden. Vendetta ist kein Drache, der sein Rudel einfach so opfert." Todbringer musterte sie finster und fügte dann mit einem fiesen Grinsen hinzu: "Wenn wir sie freundlich daran erinnern, was damals in der Steppe passiert ist, werden sie schon mitkommen. Sie wissen, dass sie tief in unserer Schuld stehen und Vendetta mag es nicht, wenn jemand etwas gegen sie in der Hand hat." Da begannen auch die anderen zu grinsen, nur Ice schaute immer noch skeptisch drein. Dann sagte Demon an Silver gewandt: "Gut, wir können aufbrechen. Wir müssen nur einen Zwischenhalt beim Brandwald machen. Dort in der Nähe befinden sich die Höhlen von Vendettas Rudel." Silver grinste ihre Verbündeten an und hob dann ab, um die anderen Drachen nach Hentebag zu führen.

Der TraumBearbeiten

Die Fische schmecken herrlich. Endlich würde er wieder einmal richtig satt werden. Was ist das? Fünf Drachen tauchen am Horizont auf. Sie fliegen genau in seine Richtung. Verdammt. Er hat wirklich keine Lust auf einen Kampf. So verlässt er die Fische und fliegt über den Wald fort von den kommenden Drachen. Doch sie verschwinden nicht, sie fliegen weiterhin auf ihn zu. Er muss schneller werden. Er schlägt so fest mit seinen Flügeln, wie er nur kann. Sie kommen immer näher. Er muss schnell einen Ausweg finden! Da kommt ihm die Idee. Er faltet seine Flügel eng an seinen Körper und lässt sich ins Blätterdach fallen. Kurz vor dem Boden reisst er die Flügel wieder auseinander. Einige Äste schlagen schmerzhaft auf ihn ein, doch er muss weiter. Schnell fliegt er zwischen den Stämmen hindurch. Sein Gesicht und seine Flügel sind schon von vielen kleinen Kratzern versehen. Er darf nicht langsamer werden! Er muss sie abhängen! Da sieht er schon das Ende der Bäume und kurz darauf ist er aus dem Wald hinaus. Mit einem Blick nach hinten, versichert er sich, dass er seine Verfolger auch sicher abgehängt hat. Er atmet tief durch, doch weiss er, dass er noch keine Pause einlegen kann. Schon bald würde er die Insel verlassen können. Plötzlich ein Schatten von der Seite. Er wird schmerzhaft auf den Boden geworfen. Er überschlägt sich mehrmals, richtet sich aber gleich wieder auf. Sein ganzer Körper schmerzt, doch er geht gleich in Angriffsposition. Keine Sekunde zu spät. Sofort greift sein Gegner wieder an und schlägt ihm seine Krallen tief ins Fleisch. Er brüllt auf und wehrt sich, doch es ist nicht einfach. Mit aller Kraft wirft er seinen Gegner vom Rücken. Dieser bleibt kurz vor ihm stehen und schaut ihn mit drei wutverzerrten Gesichtern an. Er! Der Drache von jenem Tag. Es hätte nie geschehen dürfen! Die Schnappende Falle rennt wieder auf ihn zu und beginnt ihn mit all seinen Köpfen anzugreifen. Er weicht ihnen möglichst oft auf, doch mehrmals spürt er einen harten Biss. Plötzlich entsteht eine Lücke in der Angriffswelle des Gegners. Dies ist die einzige Chance. Er springt auf die Schnappende Falle zu und schlägt ihr seine Krallen in die Schuppen. Er kann die Oberhand gewinnen. Er wird es schaffen. Doch zu welchem Preis? Er muss, sonst wird es für ihn kein gutes Ende nehmen. Die Klippe kommt immer näher. Der Gegner bemerkt sie nicht. Immer näher und immer näher und immer näher. Dann ist es so weit. Der andere Drache tritt ins Leere und blickt ihn entsetzt an. Die Schnappende Falle findet den Halt nicht mehr und stürzt. Er hört nur noch ein schmerzerfülltes Brüllen, dann ist es ruhig. Viel zu ruhig. Er muss erst gar nicht über die Klippe sehen, er weiss, was passiert ist. Wäre es doch nicht so weit gekommen! Hätte er es doch verhindern können! Doch er hat es nicht gekonnt. Obwohl all seine Muskeln im Körper schmerzen, erhebt er sich in die Luft und fliegt möglich weit weg von der Insel. Nicht lange später hört er wütende Rufe der anderen Drachen. Er erhöht erneut sein Tempo und fliegt so schnell wie er kann weg von dieser Insel. Erst mehrere Stunden später erreicht er eine andere Insel. Er möchte landen, doch plötzlich verlassen ihn seine Kräfte und er stürzt auf die Insel zu. Er versucht noch abzubremsen, doch es ist zu spät mit vollem Tempo schlägt er auf dem Boden auf und alles wird schwarz.

Nach Luft schnappend und mit pochendem Herzen erwachte der Skrill. Diesen Albtraum hatte er schon lange nicht mehr gehabt. Als es geschehen war, konnte er wochenlange nicht richtig schlafen, weil er immer und immer wieder vom selben Traum verfolgt worden war. Doch es war besser geworden und mit der Zeit war das Geschehene nicht wiedergekommen. War dies etwa eine Vorwarnung? Warum war der Traum nach so langer Zeit zurückgekehrt? "Ich sollte mir keine Sorgen machen! Dies ist schon lange her und es ist nie etwas passiert! Ausserdem haben wir hier im Rudel viele starke Krieger. Ich sollte mir wirklich nicht so viele Gedanken wegen einem einfachen Traum machen!", dachte sich der Skrill und legte sich wieder hin. Schnell war er wieder eingeschlafen und dachte nicht weiter über diesen Traum nach. Doch was er nicht wusste war, dass diese Drachen gerade mit weiteren Verbündeten auf dem Weg zu ihm waren.

VerstärkungBearbeiten

Die fünf Drachen flogen schnell über die Landschaft hinweg. Schon vor ein paar Tagen hatten sie den Tikana-Wald hinter sich gelassen und waren die längste Zeit über die Steppe geflogen. Am Horizont konnte man langsam einen schwarzen Flecken erkennen. Demon wusste, dass dies der Brandwald war. Sie würden noch vor Sonnenuntergang bei Vendettas Rudel ankommen. "Vendetta wird dieses Angebot gar nicht ablehnen können. Sie weiss was ihr und vor allem ihrem Rudel sonst geschehen würde", dachte der Holzklau und grinste böse. Dann richtete er seinen Blick auf den weissen Nachtschatten, welcher vor ihm flog und ihnen den Weg wies. Am Anfang hatte er ihr nicht getraut und er hatte gedacht, dass sie schwach ist. Doch auf dem Flug bis zu den Höhlen musste er sich mehrmals eingestehen, dass sie eine starke und geschickte Jägerin ist. Sie lauert den Opfern hinterlistig auf und besiegt sie mit einem tödlichen Biss. Doch auch wenn sich das Opfer wehrt ist sie stark und es gibt kein Entkommen. Demon blickte zu Todbringer rüber und sah, dass dieser auch gerade Silver beobachtete. Demon wusste, dass er ihr immer noch nicht ganz traute, doch der Leuchtende Fluch traute den meisten Drachen nicht. Als der Holzklau wieder nach vorne blickte, merkte er, dass sie dem Brandwald schon näher waren, als er gedacht hatte. Es würde höchstens noch eine halbe Stunden dauern. Und dann nur noch ein paar Minuten länger und sie würden um elf Drachen stärker sein.

Die fünf Drachen landeten neben einem grossen Loch im Boden. Es war ganz klar eine Höhle eines Flüsternden Todes. Silver überlegte sich gerade, wie sie die Drachen aus den Höhlen bekommen könnten, da schoss schon auch schon einer der Bewohner aus ihr heraus. Kaum hatte diese sie entdeckt, landete sie und betrachtete den Besuch feindselig. "Warum seid ihr hier? Was wollt ihr von meinem Rudel?", fragte der Flüsternde Tod und blickte Demon direkt an. "Ach, meine Liebe. Willst du uns nicht einmal nett begrüssen?", fragte Demon belustigt. Dann fügte er hinzu: "Wir sind hier um dich und dein Rudel als Verstärkung zu holen." Der Drache, welcher Silver annahm, dass es sich um Vendetta handelte, antwortete: "Niemals! Immer wenn ihr auftaucht ziehen dunkle Wolken über mein Rudel." - "Jetzt wird sie noch poetisch, wie süss!", machte sich Todbringer über sie lustig. Direkt an Vendetta gewandt meinte er dann: "Du hast doch hoffentlich nicht vergessen, was das letzte Mal in der Steppe passiert ist?" Silver wurde hellhörig. Sie wollte erfahren, warum Vendetta und ihr Rudel in der Schuld der anderen Drachen standen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Demon und seine Freunde ihr geholfen hatten. Es bestand einen so grossen Hass zwischen diesen zwei Gruppen, dass man ihn förmlich spüren konnte. Der Flüsternde Tod knurrte bedrohlich und brüllte dann laut. Kurz darauf schoss ein weiterer Flüsternder Tod aus der Höhle. Er landete neben Vendetta und blickte den Drachen finster entgegen. "Ragnar. Dich gibt es also auch noch", sagte Glutauge mit einem spöttischen Unterton. Der angesprochene Drache fletschte die Zähne und sagte trocken: "Ja und ich bin sogar zweiter Anführer dieses Rudels!" Glutauge lächelte böse: "Da hast du dich aber schön hochgearbeitet!" Ragnar blickte sie nur finster an und fragte dann: "Warum seid ihr hier?" - "Lustig, das hat gerade eben auch deine kleine Freundin hier gefragt", erwiderte Glutauge frech. Bevor diese Diskussion ausartete, warf Demon ihr einen Blick zu, welcher ihr zu verstehen gab, dass es genug ist. Dann sprach der Holzklau: "Wir wollen euch nur eine Möglichkeit anbieten, eure Schuld zu begleichen." Die Anführer des Todrudels warfen sich einen Blick zu und Vendetta sprach dann: "Erzähl mehr!" So erzählte Demon ihnen, dass sie dieses Drachenrudel angreifen und dass sie dafür die Verstärkung von Vendettas Rudel beanspruchen wollten. Während der Holzklau dies erklärte, beobachtete Silver den Gesichtsausdruck der Anführerin des Todrudels. Viele gemischte Emotionen zogen über ihr Gesicht. Teils schien sie begeistert von der Idee, andererseits machte sie sich auch Sorgen. Silver nahm an, dass Vendetta nicht wollte, dass jemand von ihrem Rudel starb. Doch sie wollte sich auch endlich von der Schuld bei Demon befreien. Der Flüsternde Tod wechselte noch einen letzten Blick mit Ragnar und sprach dann: "Gut. Wir werden euch begleiten." Demon grinste und meinte: "Wir brechen so schnell wie möglich wieder auf. Trommle deine Leute zusammen!" Vendetta funkelte ihn böse an, brüllte dann aber laut. Nicht viel später hatte sich ihr ganzes Rudel um den Höhleneingang versammelt. Ihre Anführerin erklärte ihnen die Situation und drehte sich dann wieder zu Demon. "Wir sind bereit. Bring uns zu dieser Insel!" Der Holzklau nickte ihr zu und blickte dann Silver an. "Du wirst uns führen, niemand von uns weiss, wo sich das Rudel befindet." Silver nickte, breitete ihre Flügel aus und hob ab. Schon bald flog eine Wolke aus 16 Drachen über den Himmel, in Richtung Hentebag.

FriedlichBearbeiten

"Das war ein sehr guter Kampf! Ihr seid wirklich stark!", lobte Darkshadow Almar und Donnerklaue, welche sich gerade in einem Übungskampf gemessen hatten. Der Riesenhafte Albtraum lächelte den Donnertrommler an und meinte: "Du bist wirklich kein einfacher Gegner!" Da lachte diese frech und meinte dann: "Gegen dich macht es wirklich Spass zu kämpfen, da du immer fair bleibst, aber auch sehr stark bist." Der Skrill lächelte die Drachen wohlwollend an und meinte dann: "Ich denke das war genug für heute. Das Training ist beendet. Wir sehen uns!" Dann hob er ab und flog davon. Feuerball lief zu ihrem Gefährten und strich ihren Kopf zärtlich an seinem Hals entlang. Dann flüsterte sie: "Komm, lass uns zu den Kleinen gehen und schauen ob sie schon wieder Ärger angestellt haben." Almar lachte leise, blickte ihr verliebt in die Augen und nickte. So hoben auch sie zwei ab und flogen in Richtung Basis. Striker blickte Panzer und Donnerklaue an und fragte: "Wollen wir noch schnell an den See, uns abkühlen?" Der Knochenräuber nickte erfreut und der Donnertrommler rief fröhlich: "Au ja! Lass uns gehen!" Und so verliessen auch noch die letzten drei Krieger des Rudels, welches bei diesen Übungskämpfen mitgemacht hatten, den Trainingsplatz.

Almar und Feuerball waren inzwischen in der Basis angekommen und hielten Ausschau nach ihren Kindern. Schnell sahen sie Spike, welcher zwei kleinen, roten Wesen nachjagte. "Da sind sie", sagte Feuerball lachend. "Sollen wir Spike ein wenig zur Hilfe kommen? Ich glaube die Zwillinge haben schon wieder etwas gestohlen", meinte Almar. Seine Gefährtin lächelte frech und sagte: "Eigentlich ist es fast schade diese unterhaltsame Szene zu unterbrechen, aber ich glaube diese Jagd hat schon lange genug gedauert." So hoben die beiden wieder vom Boden ab und segelten zu ihren Kindern. Als sie Spike überflogen, sah dieser auf und lächelte erleichtert. Da er wusste, dass die Eltern der Zwillinge diese Angelegenheit übernehmen würden, verlangsamte er seine Schritte und atmete erst einmal tief durch. Währenddessen hatten die Alptraum-Eltern ihre Kinder eingeholt und packten sie vorsichtig mit ihren Klauen. Sie landeten auf dem weichen Gras und begannen ihre Zwillinge durch zu kitzeln. Yuna kicherte so stark, dass es ihren ganzen Körper durchschüttelte. Sie kreischte unter grossem Gelächter: "Nein, Mama! Hör auf!" Auch Yuki musste ganz laut lachen und so stiegen Almar und Feuerball auch mit ein. Ein paar Minuten später sassen sie alle neben einander, immer noch ein wenig lachend und stark atmend. "Was habt ihr dieses Mal angestellt?", fragte Almar amüsiert. Da präsentierten die Zwillinge stolz einen riesigen Fisch. Da mussten die Eltern lachen und Almar meinte: "Den hättet ihr doch niemals ganz essen können!" Da schaute Yuki seinen Vater trotzig an und sagte: "Natürlich hätten wir das geschafft. Wir hätten ihn natürlich mit den anderen Kindern geteilt!" Yuna fügte hinzu: "Ihr hättet das Gesicht von Nina sehen sollen, als sich dieser Fisch plötzlich aus dem Staub gemacht hatte." Da musste die ganze Familie lachen. "Ihr seid ja freche, kleine Ganoven", lachte Feuerball. "Nein Mama, wir sind keine Ganoven! Wir stehlen nur von den Erwachsenen, die viele Fische haben und geben es den Kindern, die keine haben!", sagte Yuna ganz ernst. Da mussten die Eltern der Zwillinge noch mehr lachen. Almar schlang seine Arme um seine Gefährtin und seine Kinder und sie alle genossen den gemeinsamen Familien-Moment. Er konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als seine Zeit mit seiner wundervollen Familie zu verbringen.

Donnerklaue erreichte als erste den See und liess sich direkt aus der Luft ins Wasser fallen. Es war herrlich kühl und tat wirklich gut, nach diesem anstrengenden Training. Schnell liessen sich auch Panzer und Striker ins kühle Nass fallen. Panzer begann eine Runde um den See zu schwimmen. Währenddessen spritze Donnerklaue dem Dreifachstachel in den Nacken. Sie blickte sofort weg und tat so, wie wenn sie nichts getan hätte. Striker blickte sie von hinten an und überlegte nur kurz, was er machen sollte. Schon erhielt der Donnertrommler eine grosse Ladung Wasser angespritzt. Sie lachte los und startete sofort einen Gegenangriff. Nicht lange danach war eine grosse Wasserschlacht zwischen den zweien ausgebrochen. Am Anfang spritzen sie sich noch Wasser mit den Flügeln an, doch dann zog Striker Donnerklaue unauffällig mit seinem Schwanz unter Wasser. Diese tauchte prustend auf und blickte den Dreifachstachel erstaunt an. So einen hinterlistigen Angriff hatte sie nicht erwartet. "Na warte! Du hast dich mit der Falschen angelegt!", flüsterte sie grinsend und tauchte ab. Striker wusste genau, dass er unter Wasser keine Chance gegen diesen Wasserdrachen hatte. Er überlegte sich, einfach aus dem Wasser zu fliegen, doch wollte er kein Spielverderber sein. So wartete er auf den Angriff und versuchte im Gewässer unter sich etwas zu erkennen. Plötzlich schien er einen Schatten unter sich zu sehen und keine Sekunde später wurde er auch schon nach unten gezogen. Er holte noch schnell tief Luft und machte sich auf einen Unterwasserkampf bereit. Der Dreifachstachel öffnete seine Augen, doch es half nicht viel. Er konnte seine Umgebung nur verschwommen erkennen und dass sich Donnerklaue so schnell in diesem Element bewegen konnte, half ihm auch nicht gerade. Langsam liess sich Striker zur Oberfläche treiben und hielt weiterhin Ausschau nach dem Donnertrommler. Als er fast oben angekommen wäre, spürte er einen Stoss im Rücken und schon wurde er im Wasser herumgewirbelt. Er versuchte sich abzubremsen, in dem er seine Flügel möglichst weit ausbreitete. Es klappte und so hielt er schnell wieder an. Kaum hatte er sich wieder gefasst, wurde er auch schon am einem Bein gepackt und zur Oberfläche gezerrt. Kurz darauf schoss er übers Wasser und Luft füllte seine Lunge. "Wie du so im Wasser herumgewirbelt bist, hat wirklich lustig ausgesehen!", lachte Donnerklaue, welche neben ihm schwamm. "Sehr lustig!", brummelte Striker und spritze ihr eine letzte Ladung Wasser ins Gesicht. "Beim nächsten Übungskampf wirst du meine Rache dann zu spüren bekommen!", scherzte der Dreifachstachel. Dann lachten sie beide und schwammen zusammen ans Ufer. Dort setzten sich hin, plauderten und warteten darauf, dass Panzer seine Runde fertig geschwommen hatte. Nach einer Weile kam auch der Knochenräuber am Ufer an und so machten sie sich zusammen auf zur Basis.

Während sich die anderen Drachen alle in die Richtung der Basis aufmachten, flog Darkshadow über den Wald, genau in die entgegengesetzte Richtung. Er wollte noch ein paar Minuten für sich alleine. Nach ein paar Flügelschlägen landete er an seinem Lieblingsplatz. Es war ein grosser Felsen, welcher einige Meter über die Landschaft hinausragte und von welchem man eine wundervolle Aussicht hatte. Man konnte die Vögel in den Wäldern zwitschern hören und ganz leise konnte man das Rauschen des Meeres vernehmen. Darkshadow legte sich auf den Stein, welcher schön warm war von der Sonne. Er blickte aufs Meer hinaus und betrachtete die Wellen, welche langsam auf Hentebag zu rollten. Darkshadow dachte darüber nach, wie friedlich doch diese Insel war. Er liebte sie und ihre Bewohner über alles und er war so stolz, dass er für die Sicherheit von ihr zuständig war. Er würde nie wollen, dass ihr oder irgendjemandem vom Rudel etwas geschehen würde. Darkshadow legte sein Kopf auf seine Pfoten und schloss die Augen. Dieser Platz war wirklich der friedlichste Ort, den er kannte.

Gemischte GefühleBearbeiten

Silver musste sich zusammenreissen. Sie wäre am liebsten so schnell geflogen, wie sie nur konnte, doch sie musste darauf achte, dass ihre Verbündeten das Tempo auch mithalten konnten. Die Gruppe war schon seit ein paar Stunden wieder in einer Gegend, die Silver gut kannte. Sie wusste genau, welches der kürzeste Weg war und sie wusste genau, dass es nicht mehr lange dauern würde. Sie blickte über ihre Schulter zurück und inspizierte stolz ihre Rekruten. Hinter ihr flogen Demon und seine Freunde und am Schluss folgten die Flüsternden Tode. Sie hatte so etwas Mächtiges erschaffen. Und sie war gerade dabei, ihre Armee in die Schlacht zu führen. Sie fühlte sich stark wie nie und hätte am liebsten laut gebrüllt, doch sie wollte ihr Gefolge nicht verwirren. Es war noch jung und sie musste es sanft, aber bestimmt führen. Ansonsten würden sie ihr wieder aus den Krallen rutschen und sie würde die Kontrolle verlieren. Sie fühlte sich wie eine Königin über ein Drachenreich und sie fühlte, dass der Sieg ihrer sein wird.

Während der Nachtschatten in seinen Machtgedanken versunken war, hatte Demon hinter ihr ganz andere Vorstellungen. Er beobachtete Silver eine Weile und dachte darüber nach, wie er und seine Freunde es geschafft hatten, einen Nachtschatten dazu zu bringen, sie wie ein Hund zum Opfer zu führen. Es war, wie wenn Silver die Fährte verfolgen und Demon aber am Schluss die tote Beute in den Händen halten würde. Er wusste, dass sie gewinnen würden. In der ganzen Welt würden Demon und seine Freunde bekannt sein, als die gefährlichsten Drachen die es je gegeben hatte. Eine Gruppe von Drachen, die ein ganzen Rudel ausgelöscht hatten. Eine Gruppe von Drachen, die das Todrudel unter ihrem Befehl hatten. Er blickte zurück zu den Flüsternden Toden und grinste böse vor sich hin. Er hatte Vendettas Rudel in den Händen, sie mussten tun was er sagte. Ansonsten würde er dafür sorgen, dass ihnen dasselbe wie damals in der Steppe geschehen würde und Vendetta wusste das. Er war stark und er hatte Macht und er hatte keine Angst diese auch ein zu setzen.

Vendetta betrachtete ihr Rudel besorgt. Sie hatte die dunkle Vorahnung, dass es schlecht ausgehen würde für ihre Drachen. Sie wollte nicht, dass ihren Schützlingen etwas passiert, doch sie wusste auch, dass sie alle stark waren. Sie kannte ihre Leute. Sie konnten kämpfen und sie würden es auch tun. Dann blickte sie hasserfüllt zu Demon und ihre Augen wurden zu Schlitzen. Am liebsten hätte sie ihn einfach umgebracht, dann wäre die Sache erledigt und sie würde nicht weiter in seiner Schuld stehen. Doch sie wusste, dass es zu riskant wäre. Sie musste dies durchziehen. Nur so konnte sie die Schuld begleichen und ihr Rudel wäre endlich von dieser Last befreit. Erst wenn diese Schlacht vorbei war, würde das Gewicht von ihrer und den Schultern aller Drachen ihres Rudels weichen. Sie werden es durchziehen und sie werden siegreich sein.

SchlachtplanBearbeiten

Die Drachengruppe kam schnell voran, doch Silver merkte, dass die anderen Drachen es nicht erwarten konnten, endlich an zu kommen. Sie waren langsamer gewesen, als es der Nachtschatten gedacht hatte. Nach ihren Berechnungen hätten sie es noch am letzten Abend bis zu ihrem Ziel schaffen sollen, doch es war schon früh dunkel geworden und so hatten sie sich entschieden noch eine letzte Pause ein zu legen. Diese letzte Nacht war sehr unruhig gewesen. Alle hatten schlafen wollen, doch trauten sich auch niemand gegenseitig über den Weg, weshalb sie nur dösten und niemand sich einen erholsamen Schlaf gönnte. So waren nun alle gereizt und sie wollten endlich ankommen.

Silver starrte gebannt in die Ferne. Wann würden sie endlich ihr Ziel erreichen? Da! War das endlich die Insel, nach der sie schon so lange Ausschau gehalten hatte? Ja, da war sich der Nachtschatten sicher. Sie begann zu grinsen. Endlich wird sie ihre Rache vollenden können. Sie brüllte den anderen Drachen zu, dass sie schon bald an ihrem Ziel ankommen würden. Diese Nachricht wurde freudig aufgenommen und mit viel Gebrüll verbreitet. Demon schloss zu Silver auf und fragte: "Hast du einen Plan für den Angriff?" Der Holzklau schaute sie herausfordernd an. Die Augen des Nachtschattens verengten sich zu Schlitzen. Sie hatte, berausch von der Macht, die sie durch ihr Gefolge erhalten hatte, immer nur an die Rache gedacht und sich nicht einmal überlegt, wie sie es genau anstellen sollte. Demon schaute sie wissend an, was Silver nur noch wütender machte. "Natürlich habe ich einen Plan!", log sie und überlegte sich kurz, was sie sagen könnte. "Wir greifen sie frontal an. Sie erwarten keinen Angriff, das heisst, wenn wir blitzartig angreifen, werden sie nicht einmal richtig Zeit haben, um sich zu verteidigen." Demon betrachtete sie schweigend und sagte dann: "Und wie willst du die Stärken unserer verschiedenen Mitkämpfer nutzen?" Silver schnaubte wütend. Sie fühlte sich wie ein kleines Kind, welches Nichts wusste und gerade von seinem Vater geprüft wird. "Was meinst du?", fauchte sie. Der Holzklau liess sich durch ihre Wut nicht aus der Ruhe bringen und schien es zu geniessen, dass sie sich aufregte. "Zum Beispiel bei uns ist es so, dass Todbringer sehr geschickt und präzise mit seinem paralysierenden Schuss umgehen kann. Deshalb lassen wir ihn, bei grösseren Gruppen von Gegnern, möglichst viele von ihnen betäuben, damit wir leichteres Spiel haben", führte er aus. Silver hatte sich nicht überlegt, dass sie sich die verschiedenen Stärken der anderen Drachen zu Nutze machen konnte. Vor Demon wollte sie dies jedoch sicher nicht zugeben und so sagte sie: "Natürlich. Das war für mich einfach selbstverständlich. Ich habe schon davon gehört, wie ihr im Kampf zusammenarbeitet, deshalb habe ich dies nicht noch extra erwähnt." Der Holzklau sah sie forschend an. Silver blickte ihm nur kühl entgegen. Sie hatte noch nie von den Kampftaktiken dieser Drachen gehört, doch sie wollte sich auf keinen Fall von Demon bloßstellen lassen. "Nun gut. Und was hast du für die Flüsternden Tode geplant?", hakte der Drache nach. Der Nachtschatten hatte gleich eine Antwort bereit: "Sie werden wie wir aus der Luft angreifen. Ich weiss, ihre Stärke ist unter der Erde, aber da wir die Drachen besiegen wollen und nicht deren Basis zerstören, benötigen wir sie in der Luft. Am Schluss, wenn wir das Rudel besiegt haben können wir ihnen immer noch sagen, dass sie die Gebäude in ihren Löchern verschwinden lassen sollen." Mit dieser Antwort schien Demon zufrieden zu sein. Er grinste zwar immer noch über Silvers improvisierten Schlachtplan, meinte dann aber: " Ich werde dies den Flüsterden Toden und meinen Freunden mitteilen." Der Nachtschatten nickte und blickte wieder ihrem Ziel entgegen. Sie würden höchstens noch eine Viertelstunde benötigen, um die Insel zu erreichen. Und dann nur noch ein paar Minuten, um am Berg vorbei über den Wald zur Basis zu gelangen. Sogar ohne es geplant zu haben, hatte Silver ihr Gefolge genau auf die beste Seite der Insel geführt. Von dort aus würden sie sich unbemerkt von hinten der Basis nähern können und das Rudel würde keine Chance haben.

BeobachtungBearbeiten

Es dämmerte und die Drachen der Insel Hentebag begaben sich langsam zur Basis, um dort die Nacht zu verbringen. Sie landeten vor den Unterständen und plauderten noch ein wenig mit den anderen Drachen des Rudels. Gewisse legten sich gleich hin, um zu schlafen. Nur die Nachtschrecken nicht. Sie hatten während dem Tag in der Basis geschlafen oder diejenigen, die nur wenig Schlaf benötigen, waren schon wieder auf der Insel unterwegs gewesen. Nun flogen sie alle zur Besammlungslichtung, um von dort aus ihren nächtlichen Kontrollflug zu starten. So kamen die kleinen Drachen von überall geflogen und landeten auf der von Bäumen umgebenen Wiese. Kerysto begann zu zählen, ob alle Drachen anwesend sind. Er legte den Kopf leicht schief und fragte Marion: "Kannst du bitte auch noch durchzählen. Ich glaube jemand ist noch nicht hier." Auch der zweite Nachtschrecken zähle einen Drachen zu wenig. "Ich kann schon vermuten, wer wieder einmal fehlt", brummte Marion.

Luna sass gemütlich auf der Spitze eines Baumes in der Nähe des Berges auf Hentebag und betrachtete den aufgehenden Mond. Es war ihr der zweitliebste Anblick. Am liebsten sah sie den Vollmond in dunkelster Nacht, doch dies würde an diesem Tag nicht der Fall sein. Der Mond war nur eine kleine Sichel und man konnte ihn fast nicht erkennen. Natürlich hatte auch die Sonne, welche immer noch nicht ganz untergegangen war einen Einfluss darauf. Der Nachtschrecken dreht sich, um auch noch das Farbenspiel am Himmel der untergehenden Sonne zu betrachten. Sie liebte den Farbwechsel von Orange, zu Rot und dann zu Violett. Während sie dies beobachtete, sah sie plötzlich eine Bewegung aus den Augenwinkeln. Vom Berg her kam eine Gruppe von Drachen geflogen. Luna zählte mindestens 15 dieser fliegenden Gestalten. Sie wunderte sich, warum um diese Zeit noch jemand vorbeikam und dachte sich, dass sie ihnen entgegenfliegen wird. Doch kurz bevor sie abhob erkannte sie den silbernen Nachtschatten, welcher an der Spitze der Gruppe flog. Luna schoss sofort los, jedoch in die andere Richtung, als sie vorher noch vorgehabt hatte.

Marion blickte in den Himmel, welcher schon fast schwarz war und konnte den letzten Nachtschrecken immer noch nicht sehen. Er blickte vorwurfsvoll zu Kerysto, welcher sich auf den Boden niedergelassen hatte. Dieser erwiderte seinen Blick, schien aber nicht besorgt oder wütend zu sein. Er lächelte beruhigend und sah dann zu den anderen Nachtschrecken, welche es sich gemütlich gemacht hatten auf der Lichtung. Sie plauderten leise oder dösten ein wenig. Plötzlich flog Luna mit hohem Tempo aus den Bäumen ganz in der Nähe. Alle schossen erschrocken hoch, doch bevor irgendjemand auch nur etwas sagen konnte, begann sie hastig zu sprechen: "Silver! Wir müssen das Rudel warnen! Sie wollen uns sicher angreifen! Schnell! Bevor es zu spät ist!" Kerysto trat zu ihr hin und sagte: "Ganz ruhig! Wenn du so schnell sprichst können wir nicht verstehen, von was du redest. Jetzt atmest du zuerst tief durch und erzählt uns dann genau, was los ist!" Luna nickte, schloss kurz ihre Augen und atmete zweimal langsam ein. Dann öffnete sie ihre Augen wieder und erzählte, was sie gesehen hatte.

VorbereitungenBearbeiten

Die Nachtschrecken standen alle geschockt um Luna herum. Sie konnten nicht fassen, was sie gerade gehört hatten. "Das ist gar nicht gut! Dunkle Schatten legen sich über Hentebag! Doch wir werden sie sicher gemeinsam vertreiben können!", flüsterte Mushu. "Glaubst du wirklich, dass wir sie besiegen können?", fragte Zwerg ängstlich. Anstelle von Mushu antwortete Kerysto: "Natürlich können wir das! Gemeinsam, als Team und als Familie! Luna flieg schnell zur Basis und warne Night! Sie soll das Rudel auf den Angriff vorbereiten. Wir anderen bleiben hier und werden ihnen einen feurigen Empfang bieten. So haben die Anderen noch länger Zeit, um sich vorzubereiten." Luna nickte und hob ab. Die anderen Nachtschrecken drängten sich um ihren Anführer und fragten ihn, was sie genau machen sollten. Kerysto blickte seine Freunde an und erklärte: "Wir werden sie, sobald sie über uns hinweg fliegen, von unten beschiessen. Wir fliegen aber zuerst noch ein wenig tiefer in den Wald hinein, damit sie uns nicht so leicht entdecken können. Ich möchte, dass niemand mehr als einen Schuss abgibt und sobald dieser abgeschossen ist, wechselt ihr sofort eure Position. So kann euch keiner der Drachen treffen. Achtet darauf, dass ihr nicht alle gleichzeitig schiesst, sonst können sie einen Gegenangriff starten. Habt ihr alles verstanden?" Die Drachen nickten alle und machten sich bereit. Dann flogen sie tiefer in den Wald, um die Angreifer abfangen zu können. Als sie eine geeignete Stelle gefunden hatten, an welcher das Blätterdach fast vollkommen verschlossen war, verteilten sie sich auf die verschiedenen Baumkronen und warteten ab.

Luna war in der Zwischenzeit in der Basis angekommen und suchte Night. Sie fand den Nachtschatten schon bald mit ein paar anderen Drachen im Gespräch vor den Unterständen. Fast alle Drachen des Rudels hatten sich dort versammelt und die verschiedensten Unterhaltungen waren entstanden. "Luna! Was machst du den hier?", fragte Striker erstaunt. "Night! Ich muss dir sofort etwas sagen!", brachte der Nachtschrecken unter heftigem Atmen hervor. Der Nachtschatten wendete sich ihr zu und blickte sie ernst an. "Was ist passiert?", fragte die Anführerin des Rudels, welche gleich verstanden hatte, dass es etwas Ernstes sein musste. Luna berichtete schnell, was sie gesehen hatte und dass die anderen Nachtschrecken gerade daran waren, den fremden Drachen eine Falle zu stellen. Während der kleine Drache dies erzählte, versammelten sich langsam alle Drachen, welche gerade anwesend waren, um diese beiden, da sie gehört hatten, was gerade erzählt wurde. Als Luna ihren Bericht beendeten starrten alle geschockt den Nachtschrecken an und blickten dann ihre Anführerin erwartend an. Night überlegte nicht lange und begann sofort alle auf den Angriff vorzubereiten. Sie brüllte: "Schnell, bring die Kinder, die Verletzten und Alten in die Höhle auf der anderen Seite der Insel. Jeder Drache, welcher kämpfen möchte, darf hierbleiben, alle anderen müssen sofort, zu ihrem eigenen Schutz die Insel verlassen oder ebenfalls die Höhle aufsuchen! Spike und Doppel, ihr leitet den Flug zur Höhle. Schaut, dass alle sicher dort ankommen!" Der Nadder und der Wahnsinnige Zipper nickten ihr kurz zu und begannen dann alle Drachen, die zur Höhle mussten zusammen zu rufen. Night sah sich kurz um, merkte, dass Darkshadow nicht da war und wandte sich dann an Striker: "Bis Darkshadow hier ist, wirst du die Krieger formieren. Ihr werdet an der vordersten Front stehen, ich möchte, dass die unausgebildeten Drachen hinten sind. Wie ihr die Verteidigung organisieren wollt überlasse ich euch, da ihr euch da besser auskennt." Auch der Dreifachstachel nickte der Anführerin des Rudels kurz zu und rief dann die Krieger zu sich. "Hero, du sammelst die Drachen zusammen, die auch kämpfen wollen, jedoch keine ausgebildeten Krieger sind und teilst sie in Gruppen ein. Ich möchte, dass die unausgebildeten Drachen immer zu zweit kämpfen und somit aufeinander aufpassen", sagte Night zu ihrem Stellvertreter und flog dann zum höchsten Punkt der Basis.

Hero hatte alle vor sich versammelt, welche die Insel verteidigen wollten, obwohl sie nicht für dies ausgebildet sind. Er rief: "Niemand von euch ist verpflichtet zu kämpfen. Ihr könnt euch jetzt noch umentscheiden und die Insel verlassen oder die Höhle aufsuchen. Es wäre euch niemand böse." Er liess seine Worte auf die Gruppe wirken und blickte währenddessen die versammelten Drachen an. Es waren mehr als er erwartet hatte. Alle Jäger ausser Change und Nina waren anwesend. Sturmfeuer und auch fünf Drachen, welche gar nicht zum Rudel gehörten, jedoch im Moment gerade auf Hentebag lebten, hatten sich bereiterklärt zu kämpfen. Und sogar Gigant, welcher eigentlich nicht sehr gerne kämpfte war da. Als nach Heros Worten kein Drache ging und somit alle entschlossen waren die Insel zu verteidigen, sprach er erneut: "Es freut mich sehr, dass ihr euch alle fürs Rudel und für die Insel einsetzen wollt. Da ihr jedoch keine ausgebildeten Krieger seid, wollen wir, dass ihr jeweils in Zweiergruppen kämpft. Nicht, weil wir denken, dass ihr nicht kämpfen könnt, sondern weil wir die Gefahr, der ihr euch stellt möglichst klein halten wollen." Die anwesenden Drachen blickten ihn verständnisvoll an und innert kürzester Zeit waren fünf Zweiergruppen gebildet worden. Hero blickte sie stolz an und führte sie dann an eine geeignete Stelle, von wo aus sie die Feine am besten angreifen könnten.

Die FalleBearbeiten

Die Drachengruppe flog schnell über die Bäume hinweg. Sie waren gerade am Berg von Hentebag vorbeigeflogen und hielten nun Kurs Richtung Basis des Rudels von Night. Silver hatte allen mitgeteilt, dass sie ihrem Ziel schon sehr nahe waren. Dies hatte eine gespannte Nervosität und Anspannung unter den Drachen ausgelöst, was Silver eine grosse Freude bereitete. Ihre Gruppe war bereit. Silver war sich sicher, dass das Rudel von dieser Insel noch nichts bemerkt hatte und dass sie ein einfaches Spiel haben würden. Die Wut kochte in ihr auf, je näher sie der Basis kamen. In dieser Nacht würde das Rudel vernichtet werden, da war sie sich sicher. In der Ferne konnte sie schon ungefähr die Umrisse der Basis erkennen. Silver begann teuflisch zu grinsen, bald würde die Rache ihre sein. Auch die anderen Drachen hinter dem Nachtschatten waren energiegeladen und angespannt. Sie wollten alle endlich ihr Ziel erreichen und diese ganze Aktion hinter sich bringen. Todbringer war von Tötungslust gefüllt und freute sich schon auf die frischen Körper. Er wollte endlich wieder einen richtigen Kampf. Nur Vendetta machte sich immer noch Sorgen um ihre Drachen, doch sie freute sich auch endlich die Last der Schuld gegenüber Demon und seinen Freunden los zu werden. Sie blickte nach vorne zum weissen Nachtschatten, welcher vor ihnen flog. Sie hatte noch nie einen Drachen gesehen, welcher so von Hass und Rachedurst getrieben wird. Es erstaunte sie, dass eben dieser Drache es trotzdem geschafft hatte eine so grosse Gruppe von Drachen für ihren Plan zu sammeln. Während sie den weissen Nachtschatten so beobachtete, merkte sie nicht, dass sich unter ihnen in den Bäumen etwas tat. Plötzlich schossen ein Dutzend Feuerbälle aus dem Blätterdach. Vendetta konnte einem gerade noch ausweichen, doch der weisse Nachtschatten hatte es zu spät gemerkt. Sie wurde genau am Bauch getroffen und stürzte auf den Boden zu. Kurz bevor sie aufschlug, konnte sie sich noch fangen und gewann wieder an Höhe. Die anderen Drachen waren alle erschrocken und versuchten nun auszumachen, von wo die Schüsse kamen. Es schien jedoch, wie wenn sie jedes Mal aus einem anderen Winkel und von einer anderen Position geschossen kämen. Sie hatten grosse Mühe, um all diesen Feuerkugeln auszuweichen und gleichzeitig nicht ineinander zu fliegen. "Schiesst diese Mistkerle ab! Damit werden sie uns nicht davonkommen!", schrie Todbringer wutentbrannt und begann blind auf die Baumkronen unter sich zu schiessen. Die anderen Drachen taten es ihm nach, doch wie es aussah konnten sie nicht viel bewirken, denn es schossen weiterhin Feuerkugeln auf sie zu, welchen sie mit Müh und Not ausweichen konnten. Gewisse Drachen waren jedoch auch schon abgeschossen worden und versuchten ohne Erfolg ihre Wunden zu pflegen. Die Drachen, welche noch nicht verletzt waren, versuchten den Baumkronen näher zu kommen, damit sie genauer sehen konnten, wohin sie schiessen müssen, doch kaum kamen sie auch nur wenig näher, wurden sie so stark beschossen, dass sie wieder mehr Abstand nehmen mussten. Sie sassen in der Falle.

Die Nacht brach langsam ein über Hentebag. Die Mitglieder von Nights Drachenrudel hatten sich alle bereit gemacht für den Angriff. Diejenigen, welche nicht kämpften, hatten sich in die Sicherheit der Höhle auf der anderen Seite der Insel zurückgezogen und alle anderen hatte ihre Stellung um die Basis herum eingenommen, um den Feind zu empfangen. Night, Saly und Hero standen auf dem höchsten Punkt der Basis und blickten gespannt in die Richtung, aus welcher die Drachen kommen sollten. "Seht ihr das?", fragte Hero plötzlich und zeigte zum Wald hin. "Die Falle der Nachtschrecken!", flüsterte Saly. Night nickte und sagte: "Sie verschaffen uns wertvolle Zeit, doch sie begeben sich auch in eine grosse Gefahr! Sie sind wahre Helden! Ich wünschte ich könnte ihnen dort draußen Helfen, doch sie müssen es alleine schaffen!" - "Das werden sie! Sie sind stark!", meinte Hero beschwichtigend. Saly nickte langsam und sagte: "Ja, das sind sie!" Während sie gespannt und besorgt das Feuer über dem Wald beobachteten, landete Luna leise hinter ihnen und begann zu sprechen: "Night, Saly, Hero? Ich wollte euch etwas fragen?" Die drei drehten sich alle zum Nachtschrecken und blickten sie gespannt an. Der kleine Drache holte tief Luft und fragte: "Ich weiss, dass ihr nicht wollt, dass sich jemand in Gefahr begibt und alleine zum Wald und somit auf die fremden Drachen zufliegt und ich kann dies auch verstehen, doch ich werde trotzdem zu meinen Freunden fliegen. Ich kann nicht hier sitzen und hoffen, dass sie es alleine schaffen. Lieber werde ich verletzt, aber kann sie unterstützen, als dass ich hier tatenlos rumsitze und nichts für meine Familie tun kann. Ich werde zu ihnen gehen und ich hoffe ihr versteht das." Die Anführer des Rudels blickten Luna alle erstaunt und unfähig etwas zu sagen an. Dieser kleine Drache war sonst immer ruhig und hielt sich an die Regeln. Es erstaunte alle, dass Luna sie nicht um Erlaubnis bat, sondern ihnen einfach mitteilte, dass sie es tun wird und ihnen war allen klar, dass nichts und niemand sie von ihrem Vorhaben abhalten konnte. Night fand als Erste ihre Stimme wieder und sprach: "Ich schätze deinen Mut und ich verstehe, was dich treibt. Ich lasse jedoch nicht zu, dass du ohne Schutz zum Wald fliegst. Die Gefahr ist einfach zu groß. Du wirst jedoch nicht untätig hier sitzen müssen, du wirst deiner Familie zu Hilfe kommen. Ich fliege mit dir bis zum Wald und gebe dir Rückendeckung." Luna, welche schon befürchtet hatte, dass der Nachtschatten ihre Aktion verbieten würde, begann zu strahlen und sagte dann bestimmt: "Gut! Brechen wir auf!" Saly blickte Night fragend an. Diese nickte leicht und so stieg Saly auf ihren Rücken und machte ihren Bogen und alle Pfeile, welche sie hatte, bereit. Night und Hero, welcher auf der Basis bleiben würde, nickten sich zu und dann machten sie sich auf den Weg. Luna flog voraus und Night und Saly folgten ihr mit wenig Abstand, immer bereit den Nachtschrecken vor sich und sich selbst gegen einen Feind zu verteidigen. Saly hatte ihren Bogen mit einem Pfeil locker vor sich, doch war bereit ihn sofort abzufeuern. Night blickte angespannt nach vorne und achtete auf jede Bewegung und jedes Geräusch. Sie kamen dem Wald immer näher und konnten nun sehr genau erkennen, was sich über den Bäumen abspielte. Die feindlichen Drachen flogen verwirrt durcheinander und wichen den Feuerbällen, welche immer wieder auf sie geschossen wurden, aus. Gleichzeitig versuchten sie die Ursache dafür ausfindig zu machen und diese mit ihren eigenen Feuerbällen abzuschießen. Dank dieser Ablenkung wurden Luna, Night und Saly nicht gesehen und so konnten sie bis zum Waldrand fliegen. "Ab hier musst du alleine fliegen. Sie brauchen uns bei der Basis", sprach Night und blickte Luna ernst in die Augen. "Danke!", sprach diese nur, rieb ihren Kopf kurz an dem des Nachtschattens und flog dann hinein in den Wald. Saly und Night schauten ihr noch kurz nach und flogen dann so schnell sie konnten zurück zur Basis. Hero stand immer noch dort und starrte zur Waldgrenze. Es hatte sich eine nervöse Ruhe über die Basis und die wartenden Drachen gelegt. Gewisse ordneten sich noch und besprachen ihre Verteidigungstaktik, doch die meisten warteten einfach auf den Angriff. Gewisse hatten die Hoffnung noch nicht aufgegeben und hofften, dass die fremden Drachen sich von den Nachtschrecken vertreiben liessen, doch die meisten sahen es als unausweichlich und wollten nun ihr Rudel und ihre Basis so gut wie möglich verteidigen und ihre Freunde beschützen.

Luna flog so schnell, wie sie konnte durch die Bäume und versuchte ungefähr die richtige Richtung zu halten. Obwohl sie kein grosser Drache ist, war es für sie schwierig mit ihrer hohen Geschwindigkeit den Baumstämmen auszuweichen und so musste sie öfters abbremsen, um nicht in einen Baum zu fliegen. Sie hatte das starke Gefühl, dass in jedem Moment etwas Schreckliches passieren würde. Luna hatte keine Begründung für dieses Gefühl, doch leider hatte sich dieses schon öfters als richtig herausgestellt. Aus diesem Grund hielt sie Ausschau nach den Feuerbällen, die ganz in der Nähe verschossen wurden und flog darauf zu. Schon bald wurde der Wald in kurzen Abständen hell erleuchtet, wegen den lodernden Geschossen, welche abgefeuert wurden. Luna konnte immer wieder kleine Schatten zwischen den Bäumen hindurch huschen sehen. Sie erkannte diese als ihre Freunde, welche immer wieder ihre Position wechselten, damit sie nie entdeckt und getroffen wurden. Sie versuchte die ganze Situation genau zu erfassen und blickte aus diesem Grund zur Baumkrone hoch. Gerade noch rechtzeitig registrierte sie die Feuerkugel, welche blind durchs Blätterdach geschossen kam und genau auf sie zuflog. So sprang sie aus dem Weg und schaute dann geschockt das verkohlte Loch am Boden an, welcher das Geschoss verursacht hatte. Immer noch erschrocken und ein wenig verwirrt blickte sie nach vorne und sah, dass immer mehr Geschosse vom Himmel kamen. "Wir müssen hier raus, sonst passiert noch etwas!", dachte sich Luna und wollte es laut zu ihrer Gruppe rufen, doch es war zu spät. Sie sah genau in diese Richtung, als es geschah. Eine Feuerkugel wurde aus dem Wald geschossen, dann schnellte der kleine Schatten weiter zum nächsten Baum, doch er kam nie an. Mitten im Flug wurde er von einem der tödlichen Geschosse getroffen. Plötzlich schien die Zeit stehen zu bleiben. Der kleine, schwarze Körper schien langsam wie eine Feder zum Boden zu zuschweben. Die Schwerkraft schien wie ausgeschaltet und die Geräusche waren alle verstummt. Luna konnte nichts tun, als einfach nur ungläubig und erschüttert zu zuschauen, wie sich all dies vor ihren Augen abspielte. Dann lief alles wieder in normalem Tempo ab. Der Nachtschrecken schoss auf den Boden zu und landete fast lautlos auf dem Bett aus Laub. Er bewegte sich nicht mehr.

AngriffBearbeiten

Silver schoss wütend so viele Schüsse auf den Wald unter sich wie sie nur konnte. Ihr Bauch schmerzte, dort wo sie von der Feuerkugel getroffen worden war und sie wollte dies unbedingt rächen. Wegen dieser Falle und weil diese Insel so viele Erinnerungen an ihren Verlust gegen das Rudel aufkamen, wuchs ihr Hass immer mehr. Langsam konnte sie schon fast nicht mehr klar denken und sie wurde nur noch von ihrem Rachedurst getrieben. Nur noch der kleine Funken Vernunft, welches immer noch in ihr schlummerte, hielt sie davon ab, nicht auf den Wald zu zufliegen und somit verletzt zu werden. Am liebsten wäre sie nämlich dort heruntergestürzt und hätte jeden einzelnen getötet, der sich dort unten befand und sie gerade von ihrem Sieg über das Rudel aufhielt. "Tötet diese Idioten, die es wagen sich uns entgegen zu stellen!", schrie Silver wutentbrannt und schoss weitere Plasma-Bälle in den Wald unter sich. Die anderen Drachen um sie herum taten es ihr gleich, doch diese achteten mehr darauf, dass sie selbst nicht getroffen wurden, als dass sie etwas treffen konnten. Dies machte Silver noch wütender, doch sie sagte nichts mehr und konzentrierte sich darauf, in den Bäumen unter sich etwas zu sehen. Plötzlich schien sie eine Bewegung wahrzunehmen. Sie sammelte ihren letzten Schuss und wartete den perfekten Moment ab, dann schoss sie. Zuerst war sie sich nicht sicher, ob sie getroffen hatte, doch dann stellte ruckartig das Feuer unter ihnen ein. Sie grinste selbstsicher und wollte schon in den Wald stürzen, um sich die restlichen Fallensteller zu holen, doch da sprach Demon: "Gut, nun zum Rudel! Wir dürfen keine weitere Sekunde verschwenden. Da unten sind nur ein paar kleine, kampfunfähige Drachen, ansonsten hätten sie nicht so eine Falle gestellt. Mit ihnen können wir uns später befassen! Folgt mir!" Der weiße Nachtschatten wäre ihm am liebsten an die Kehle gesprungen, weil er plötzlich das Kommando übernommen hatte, doch im Stillen musste sie zugeben, dass er recht hatte. So knurrte sie nur einmal laut und folgte dem Holzklau dann aber in Richtung der Basis.

Die Drachen von Nights Rudel hatten alle ihre Posten eingenommen und warteten angespannt darauf, was als nächstes passieren würde. Die Krieger hatten sich an der Front bereit gemacht und hinter ihnen standen die anderen Drachen, die kämpfen wollten, immer in Zweiergruppen. Niemand sprach ein Wort. Alle starrten zum Feuer, welches aus dem Wald schoss und dem Rudel wertvolle Zeit verschaffte. Sie waren den Nachtschrecken alle sehr dankbar für die rechtzeitige Warnung und die Falle, die sie den Angreifern stellten. Gleichzeitig machten sie sich aber auch Sorgen um die kleinen Drachen und sie wollten endlich auch ihren Teil zur Verteidigung ihres Rudels beitragen. Die Krieger schauten abwechslungsweise immer wieder in die Richtung des Sees, in der Nähe der Basis. Sie hofften, dass sie ihren Anführer, Darkshadow, auf sich zufliegen sehen würden, doch dies war nicht der Fall. Nach dem Training an diesem Tag, welches schon eine Ewigkeit her schien, war er alleine fortgeflogen. Niemand von ihnen wusste genau wo er hin war und so konnte ihn auch niemand holen. Die Krieger wussten, dass sie auch ohne ihren Anführer gut kämpfen konnten, doch er gab ihnen immer eine gewisse Sicherheit und einen Anhaltspunkt. Alle anwesenden Drachen schienen zu merken, dass die Schlacht immer näher rückte. Gewisse blickten sich ermutigend an, andere rieben ihre Köpfe beruhigend aneinander. Feuerball und Almar hatten sich aneinander gekuschelt und blickten beide besorgt in die Ferne. "Ich hoffe nur die Kinder sind in Sicherheit!", flüsterte Feuerball besorgt. Almar sah ihr beruhigend in die Augen und sagte: "Sie sind bei Spike und Doppel. Dort sind sie in guten Händen. Wenn das hier alles vorbei ist, werden wir sie in der sicheren Höhle abholen und alles wird gut sein!" Die Albtraumdame sah ihren Gefährten dankbar an, doch hundertprozentig sicher war sie sich trotzdem nicht. Immer noch auf dem höchsten Punkt der Basis standen Saly, Night und Hero. Wie auch die anderen Anwesenden blickten sie zum Wald und warteten ab. Sie konnten nichts tun, was für sie fast das Schlimmste war. Sie mussten einfach den Angriff abwarten und hoffen, dass sie ihm gut standhalten können. Saly stand zwischen den beiden Nachtschatten und richtete ihre Pfeile im Köcher, damit sie sie möglichst schnell herausnehmen kann. Dann legte sie ihn sich wieder über die Schulter und schaute, dass er gut hielt und auch beim Fliegen auf Night nicht herunterfallen würde. Es fühlte sich für sie gut an, zumindest etwas Kleines zu tun zu haben. Als sie fertig damit war, begann sie nervös die Köpfe der Drachen neben sich zu streicheln. "Du bist nervös", bemerkte Night. "Ja, das kann man wohl sagen!", erwiderte Saly und blickte ihrer Freundin dankbar in die beruhigenden Augen. "Wir werden dies gemeinsam schaffen! Wir als Flugteam und das ganze Rudel zusammen als Familie!", sprach sie und lächelte Saly aufmunternd an. Diese lächelte zurück und flüsterte: "Du bist die beste Anführerin und Freundin, die ich kenne! Du weisst, wie man andere sanft und bestimmt führt und du weisst genau, wie man jemanden aufmuntern und ermutigen kann!" Night blickte Saly warmherzig und dankbar an, doch sagte nichts. "Sie kommen!", sprach Hero plötzlich. Sie blickten alle zum Wald und sahen, dass das Feuer aufgehört hatte. Die Gruppe von feindlichen Drachen kamen immer näher und langsam konnte man das Flügelschlagen von ihnen hören. Saly stieg auf Nights Rücken und nahm ihren Bogen vom Rücken. Dann stiegen die beiden Nachtschatten in die Luft und brüllten laut. Das Brüllen wurde von allen wartenden Drachen aufgenommen und auch sie erhoben sich in die Lüfte. Sie waren bereit. Sie würden ihre Insel so gut sie konnten verteidigen und den Angreifern kein einfaches Spiel Spiel lassen.

Die SchlachtBearbeiten

Demon flog seinem Gefolge voraus auf die Basis des Rudels zu. Er spürte wie ihm das Adrenalin, wie loderndes Feuer durch die Adern lief. Er konnte es nicht erwarten, diesen grossen Clou endlich durchziehen zu können. Er grinste über seine geschickte Übernahme der Kontrolle, als Silver gerade nicht ganz bei der Sache war und genoss seinen ersten kleinen Erfolg. Kurz bevor sie auf die Drachen des Rudels stiessen, welche sie schon erwarteten, brüllte er: "Schnappt euch diese Bastarde! Sie werden alle den nächsten Morgen nicht mehr erleben!" Hinter ihm brüllten die Drachen auf und schon schossen sie auf die Drachen des Rudels los. Schnell entwickelte sich eine grosse Schlacht, in welcher niemand richtig die Oberhand gewinnen konnte. Nights Drachenrudel hatte zwar eine leichte Überzahl, doch hatten ihre Gegner viel mehr Kampferfahrung. Vor allem Demon und seine Freunde stellten sich als grosse Gefahr heraus. Sie konnten sehr gut zusammenarbeiten und hatten alle schon oft im Leben gegen andere Drachen gekämpft. Todbringers paralysierende Schüsse waren sehr gefährlich und viele Mitglieder des Rudels konnten ihnen nur knapp ausweichen. Mehrere Zweikämpfe waren entstanden, doch liefen diese nicht sehr fair. Die Angreifer griffen die Drachen des Rudels meist einzeln an und ein zweiter versuchte sie dann von hinten anzugreifen. So hatten die Drachen von Hentebag sehr viel zu tun, um sich gegenseitig zu beschützen. Todbringer schoss immer wieder auf einzelne Drachen los und versuchte sie mit seinem paralysierenden Strahl zu treffen. Er hatte jedoch nicht erwartet, dass diese so flink waren. Aus diesem Grund traf er sie immer nur ganz leicht und so konnten sie sich nach kurzer Zeit schon wieder bewegen oder dann war sogar nur ein einzelner Körperteil betroffen. Um sich einen Überblick über die Situation zu schaffen, flog Todbringer ein bisschen weg vom Kampfgeschehen und versuchte aus der Entfernung abzuschätzen, wo er am besten angreifen könnte. Plötzlich sah er eine perfekte Gelegenheit. Er schoss vom Himmel und flog genau auf zwei kämpfende Drachen zu. Schon von weitem hatte er erkannt, dass es Ice war, welche mit einem Knochenräuber kämpfte. Er wusste, dass dies die perfekte Chance war, um zu testen, ob Ice immer noch zu ihnen gehörte oder ob sie schwach und ihrer Gruppe unwürdig war. Er grinste böse und begann genau zu zielen. Todbringer kam den Drachen immer näher und schoss dann seinen paralysierenden Nebel ab. Er traf genau und so konnte sich der Knochenräuber keinen Millimeter mehr bewegen. "Ice! Ich habe ein Geschenk für dich! Du darfst den Drachen töten", brüllte Todbringer und flog nur knapp über ihren Kopf hinweg. Dann flog er eine enge Kurve und gewann wieder an Höhe. Er kreiste über den zwei Drachen und wartete ab, was der Schneegeist machen wird. Dieser stand zuerst nur geschockt da und konnte nicht fassen, was gerade geschehen war. Sie wusste, dass Todbringer sie sehr leicht hätte treffen können, da sie und ihr Gegner immer in Bewegung gewesen waren. Es wäre ihm also egal gewesen, wenn er ihr Schicksal besiegelt hätte. Sie war wütend darüber, doch wusste sie auch, dass sie den Knochenräuber töten musste, da sie ansonsten selbst durch Todbringer sterben würde. So lud sie ihren Schuss auf und wendete sich dem anderen Drachen zu. Doch kurz bevor sie ihn abfeuern konnte, sprang etwas von der Seite auf sie zu und warf sie auf den Boden. Sie war fast erleichtert, dass sie den Drachen nicht hatte töten müssen, doch gleichzeitig wusste sie auch, dass sie jetzt erneut um ihr Leben kämpfen musste. Sie rappelte sich möglichst schnell auf und begann sich gegen den Donnertrommler, welcher sie angesprungen hatte, zu verteidigen. Der Leuchtende Fluch, welcher alles von oben beobachtet hatte, jedoch zu spät gemerkt hatte was passiert, brüllte wütend auf, da sein Plan nicht funktioniert hatte. Er dachte jedoch nicht im Traum daran Ice zu helfen, da sie in seinen Augen schwach war, und flog deshalb weiter, um sich ein neues Opfer zu suchen.

Zur selben Zeit waren Saly und Night gerade in einen Kampf mit zwei Flüsternden Toden verwickelt. Während der Nachtschatten den einen mit Schüssen versuchte sich vom Leib zu halten, beschoss seine Reiterin den zweiten immer wieder mit Pfeilen. Das Treffen war jedoch recht schwierig, da sich der Drache unter ihr immer wieder bewegte und sie somit jedes Mal neu zielen musste. Doch dann fand sie genau den richtigen Moment. Sie spannte den Bogen, konzentrierte sich und schoss den Pfeil genau auf den Drachen zu. Sie traf ihn an der Wurzel seines Flügels, weshalb er kurz seine Flugfähigkeit verlor. Der angeschossene Flüsternde Tod zog sich zurück, um, wie Saly vermutete, seine Wunden zu versorgen. Night brüllte erfreut auf und auch Saly war erleichtert, dass sie wenigstens einer ihrer Feinde nicht mehr gegenüber hatten. Der zweite Drache, welcher sie angriff, schien plötzlich doppelt so viel Energie zu haben und schoss auf die beiden zu. Night konnte ihm gerade noch ausweichen, doch es war so ruckartig, dass Saly von ihrem Rücken gehoben wurde. Sie versuchte sich noch verzweifelt an Night festzuhalten, doch sie schaffte es nicht und so viel sie in die Tiefe. "Night!", schrie sie auf und versuchte irgendwie ihren Fall abzubremsen, doch sie hatte keine Chance. Sie raste mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden zu, welcher im Moment noch sehr weit entfernt war, doch Saly wusste, dass sich dies schnell ändern würde. Night versuchte sich von ihrem Gegner zu trennen, um Saly zu retten, doch dieser schien sie erst recht davon abhalten zu wollen. So holte der Nachtschatten weit aus und schleuderte seinen Gegner mit einem heftigen Schlag ihres Schwanzes aus dem Weg. Es war gerade weit genug, um unter ihm wegtauchen zu können und Saly hinterher zu fliegen. Der Flüsternde Tod sah dies als perfekte Chance, um sich von hinten auf den Nachtschatten zu stürzen. Er wollte sich gerade in die Tiefe fallen lassen, da wurde er von der Seite angegriffen. Hero hatte gemerkt, was der feindliche Drache vorgehabt hatte und konnte gerade noch rechtzeitig eingreifen, um Night und Saly zu schützen. Diese waren aber keines Falls schon in Sicherheit. Saly stürzte immer noch in die Tiefe, doch Night hatte sie schon fast erreicht. Der Nachtschatten schlug so stark mit den Flügeln, wie er nur konnte, um rechtzeitig die Frau wieder auf seinen Rücken zu befördern und dann auch wieder den Sturz abzufangen, um nicht auf dem Boden aufzuprallen. Saly streckte sich so weit aus wie möglich, um sich wieder auf Nights Rücken zu ziehen. Da schaffte sie es sich an Nights Flügel fest zu halten und setzte sich so schnell wie möglich wieder hin. Der Nachtschatten breitete seine Flügel aus und so wurden sie ruckartig wieder nach oben gerissen. Sie schossen ganz knapp über dem Boden dahin und konnten es nicht fassen, was sie gerade geschafft hatten. Night bremste langsam ab und landete abseits des Kampfes. "Vielen Dank!", konnte Saly nur keuchen und richtete dann ihren Köcher mit den wenigen Pfeilen, die während dem Sturz nicht herausgefallen waren. "Geht es dir gut? Wenn nicht sagst du es und dann bringe ich dich sofort zur Höhle!", sagte Night ernst. Saly legte dem Drachen beruhigend die Hand auf die Schulter und meinte: "Mir geht es gut! Wir können die anderen Drachen jetzt nicht im Stich lassen! Wir werden weiterkämpfen!" Night merkte am Tonfall der Frau, dass sie es ehrlich und auch wirklich ernst meinte. So gab sie ein lautes Knurren von sich und flog dann wieder los, um ihr Rudel im Kampf zu unterstützen. Auch Saly machte sich bereit, legte einen Pfeil auf ihren Bogen und nahm ihr nächstes Ziel ins Visier.

Ragnar schoss zwischen den Kämpfenden hindurch und versuchte immer wieder einem Mitglied des Rudels in den Rücken zu fallen. Es war für ihn gar nicht so einfach, da sich die Drachen meist sehr schnell bewegten und mit ihren Gegnern wie in einander verwickelt waren. Plötzlich sah er vom Wald her einen Schatten auf sich zu fliegen, welchen er zuvor noch nie gesehen hatte. Er wollte gerade abdrehen, da erkannte er, dass es sich um eine Gruppe von Nachtschrecken handelte. Ragnar begann böse zu lachen. Dann schoss er auf die kleinen Drachen zu und rief schon von weitem: "Was wollt ihr Winzlinge schon gegen mich ausrichten? Ihr seid ja nicht einmal so gross wie mein Kopf!" Die Nachtschrecken liessen sich davon nicht beirren und flogen weiter auf ihn zu. Der Flüsternde Tod beschleunigte seinen Flug und schoss einen Feuerball auf seine Gegner. Diese konnten ihm jedoch geschickt ausweichen und hielten weiter Kurs auf den fremden Drachen. "Ihr wisst genau, dass ihr nichts könnt, ausser hinterlistige Fallen stellen. Doch ihr seid nicht unverwundbar! Ihr werdet genau so sterben, wie euer kleiner Freund im Wald!", brüllte Ragnar lachend. Er war schon fast bei der Gruppe angekommen. Als er diese Worte sprach, schien sich etwas zu ändern. Die Drachen blickten ihn wütend an und da merkte er, dass sie Vergeltung suchten. Sie würden dafür sorgen, dass ihr Freund nicht umsonst gestorben war. Der Flüsternde Tod hatte aber keines Falles Angst vor den Nachtschrecken, sondern konnte sie erst recht nicht ernst nehmen. Er feuerte noch weitere Feuerbälle auf sie ab, welchen sie geschickt auswichen. Nun war er nur noch ein paar Meter von ihnen entfernt. Ragnar schoss noch ein letztes Mal und flog dann genau zwischen ihnen hindurch. Er hatte geplant, dass er nachher gleich eine Schleife fliegt und sie erneut angreift. Einen Gegenangriff erwartete er nicht, da er sie für schwach und unfähig hielt. Als er jedoch genau in ihre Mitte hineinflog, sah er, dass sich alle ihm zugewandt hatten. In ihren Mäulern loderte schon das Feuer, welches sie für ihn bereithielten. Er riss erstaunt die Augen auf, als er von einem Dutzend Feuerkugeln getroffen wurde und seine Flügel plötzlich nicht mehr reagierten. Ragnar konnte nur noch ein leises Wimmern ausstoßen, doch dann schoss er schon mit unaufhaltbarer Geschwindigkeit auf den Boden zu. Er hatte keine Chance mehr und schlug mit einem lauten Krachen auf dem Gras auf. Seine Eigenschaft, dass er die kleinen Gegner immer unterschätzt, war ihm zum Verhängnis geworden.

VermisstBearbeiten

Die Drachen, welche nicht kämpfen wollten oder konnten, waren alle sicher in der Höhle angekommen. "Sind auch wirklich alle da?", fragte Spike. Doppel schaute sich um und sagte dann: "Ich glaube schon, doch sicher kann ich es leider nicht sagen, da ich nicht weiss wie viele es sein sollten." Sie blickten beide über die anderen Drachen hinweg, um sich zu versichern, dass niemand fehlte. In der düsteren Höhle hatten sich viele Drachen versammelt. Gewisse standen nahe bei einander, um sich Wärme und Trost zu spenden, andere hatten sich hingelegt und waren in einen unruhigen Schlaf verfallen. Funny hatte sich ängstlich an Change gekuschelt, welche den kleinen Drachen wohlwollend anblickte. Es waren nicht nur Drachen des Rudels anwesend, sondern auch solche, die im Moment gerade auf Hentebag lebten. Diese hatten sich in der Höhle verstreut. Gewisse hielten sich etwas abseits, andere gesellten sich zu den Rudelmitgliedern oder liefen nervös umher. Während Doppel alle Drachen nacheinander betrachtete, war Spikes Blick auf Funny hängen geblieben. Plötzlich riss er seine Augen auf und blickte sich schnell in der Höhle um. Dann wurde er blass und sagte: "Ich weiss wer fehlt!"

Yuna und Yuki flatterten so schnell sie konnten durch den Wald. Ihre Flügel waren noch nicht gross genug, als dass sie eine lange Strecke am Stück fliegen konnten, doch schafften sie es schon eine Weile in der Luft zu bleiben. So konnten sie sich auch schneller fortbewegen, als wenn sie den ganzen Weg gelaufen wären. Sie waren zuerst zusammen mit allen anderen zur Höhle geflogen oder eher gesagt, sie durften abwechslungsweise auf dem Rücken von einem der grossen Drachen fliegen. Sie genossen zuerst den Flug über die Bäume, doch schon bald merkten sie, dass ihre Eltern gar nicht dabei waren. Im ganzen Stress hatten sich diese nicht mehr von ihren Kindern verabschieden können und so machten sich die Zwillinge nun Sorgen um Feuerball und Almar. Kurz vor dem nächsten Wechsel auf den Rücken eines anderen Drachens, warfen sie sich einen vielsagenden Blick zu und verstanden sich sofort. Sie hoben ab, wie sie es bei diesem Flug schon ein paar Mal gemacht hatten, doch landeten sie dieses Mal nicht mehr auf einem der grösseren Drachen, sondern liessen sich nach unten gleiten. Niemand merkte, dass sie plötzlich nicht mehr da waren. Sie schlugen wieder die Richtung ein, in der die Basis lag und flogen so schnell wie sie konnten. Sie wollten ihre Eltern holen, damit diese auch bei der Reise zur Höhle dabei waren. Sie hatten nicht verstanden, in welcher ernsten Lage sie und das Rudel sich gerade befand und deshalb machten sie sich auch keine Sorgen. Sie machten ein Wettrennen gegeneinander und rollten lachend über den Boden. Langsam kam ihnen der Waldabschnitt bekannt vor und sie wussten, dass sie bald in der Basis ankommen würden. Die Zwillinge wollten doch nicht, dass ihre Eltern den grossen Ausflug zur Höhle verpassten.

UnterstützungBearbeiten

Die Angreifer zeigten keine Gnade. Sie beschossen die Drachen des Rudels so lange sie konnten und wenn sie keine Schüsse mehr übrig hatten, griffen sie hinterhältig an. Sie versuchten immer wieder die Drachen von unten oder von hinten anzugreifen. Sie bissen oder kratzen sie einmal und flogen sofort weiter, damit sie nie richtig getroffen werden konnten. Die Drachen des Rudels versuchten immer wieder die einzelnen Drachen zu treffen, doch meist wurden sie auch schon wieder von einem nächsten Angreifer attackiert und waren somit immer mit ausweichen und abwehren beschäftigt. Leila und Blade konnten mit der Zeit eine Taktik entwickeln, wie sie den Angriffen standhalten und selbst die Drachen schwächen konnten. Sie flogen nahe beieinander und wechselten immer wieder die Richtung und ihre Position. So waren sie ein schweres Ziel und selbst konnten sie den Überblick behalten. Sie wussten, dass die fremden Drachen sich nicht angreifen lassen würden. Diese waren nämlich darauf konzentriert, die Drachen des Rudels lange genug zu schwächen, bis sie ein leichtes Spiel haben würden. Doch Leila und Blade würden dies nicht zulassen. Am Anfang hatten sie die Angreifer noch beschießen können, doch schon bald hatten sie ihre Schüsse aufgebraucht. So flogen sie zwischen den anderen Drachen hindurch und hinderten die fremden Drachen daran, ihre Freunde anzugreifen. Sie warteten, bis einer ihrer Freunde von einem Gegner von hinten angeflogen wurde und dann schlugen sie zu. Sie griffen den anderen Drachen von zwei verschiedenen Seiten an und konnten so jeden der hinterhältigen Angriffe aufhalten. Si waren gerade wieder dabei einen Drachen zu suchen, welchen sie abwehren könnten, da erkannte Leila etwas am Horizont. Sie gab ein Knurren von sich und Blade folgte ihrem Blick. Von der anderen Seite von Hentebag flog eine Gruppe von Drachen auf sie zu. Blade kniff ihre Augen zusammen, riss sie dann erstaunt auf und flüsterte: "Drachenreiter!" Leila nickte und blickte Blade dann ernst an: "Wir müssen überprüfen, ob sie uns helfen oder schaden wollen!" Der Klingenpeitschling nickte und so flogen sie auf den Waldrand zu. Sie flogen so tief über den Boden, dass man sie aus der Luft fast nicht sehen konnte. Sie kamen am Waldrand an und warteten darauf, dass die Drachen über sie hinweg fliegen. So würden sie diese von hinten angreifen können, falls es sich um Feinde handeln würde. Schon bald schossen die Drachen über sie hinweg. Es waren genau ein Duzend und auf jedem von ihnen sass ein bewaffneter Wikinger. Leila und Blade folgten ihnen unauffällig. Die Drachenreiter flogen genau auf den Kampf zu und schon bald begannen sie die Flüsternden Tode zu beschießen. Leila warf Blade einen Blick zu, welcher so viel hiess wie: "Offensichtlich keine Feinde" Das Rudel mit den noch unbekannten Verbündeten waren nun offensichtlich in der Überzahl. Die Angreifer kämpften jedoch trotzdem erbittert weiter. Sie wurden sogar noch aggressiver und griffen meist in Gruppen von drei bis vier Drachen an. Trotzdem konnte das Rudel nun starken Widerstand leisten. Sie kreisten die kleinen Gruppen von Drachen ein und versuchten sie so zu bekämpfen. Langsam merkten sie, dass die fremden Drachen müde wurden. Doch auch das Rudel war langsam geschwächt und die Drachenreiter schienen von ihrer Reise müde zu sein. Plötzlich hörten sie ein lautes Brüllen. Die Flüsternden Tode, der Riesenhafte Albtraum, der Schneegeist und der Leuchtende Fluch brachen aus den Kreisen aus und versammelten sich bei einem grossen Holzklau, welcher das Geräusch verursacht hatte. Er schien sie zu befehligen, nur der weiße Nachtschatten schien nicht mit dem Befehl des Drachens einverstanden. Er merkte jedoch auch, dass er nun stark in Unterzahl war. So drehte er sich mit einem wütenden Brüllen ebenfalls zu den anderen. Ein paar Sekunden später waren sie alle im Wald verschwunden und waren nicht mehr zu sehen. Die Drachen des Rudels landeten erleichtert und freuten sich, dass alles vorbei war. Langsam versammelten sie sich um die fremden Drachenreiter, welche ebenfalls gelandet waren, und blickten sie interessiert an.

KriegsratBearbeiten

Demon bekämpfte gerade einen grossen Dreifachstachel, als er plötzlich die Unruhe bemerkte. Etwas hatte sich verändert. Er liess sich nach unten stürzen, um sich von seinem Gegner los zu reißen und blickte sich um. Schnell erkannte er, dass neue Drachen auf der Insel eingetroffen waren. Demon brüllte laut und schoss auf die neuen Drachen zu. Kurz darauf schlossen sich Glutauge, Todbringer und Ice sich ihm an und gemeinsam begannen sie die neuen Gegner anzugreifen. Sie konnten sie schwächen, es waren jedoch zu viele, als dass sie sich so stark auf einen einzelnen Drachen hätten konzentrieren können, um ihn auszuschalten. Demon merkte, wie ihre Gegner sie immer mehr einkreisen konnten und er sah, dass auch seine anderen Verbündeten langsam in Schwierigkeiten kamen. Der Holzklau brüllte wütend, doch er wusste, dass sie sich zurückziehen mussten. Er warf seinen Freunden einen Blick zu und brüllte dann laut, dass auch seine anderen Verbündeten auf ihn aufmerksam wurden. Dann schoss er in die Höhe drehte sich im Kreis, brüllte erneut und gab den Flüsternden Toden zu verstehen, dass sie zu ihm kommen sollten. Schnell waren alle anderen angreifenden Drachen um ihn versammelt. Nur Silver war noch immer im Gewühl. Demon konnte erkennen, dass sie nicht gehen wollte. Sie wollte nicht einsehen, dass sie in der Unterzahl waren und einen neuen Plan erarbeiten mussten. Der weisse Nachtschatten blickte Demon wutentbrannt an. Sie konnte nicht fassen, dass er einfach das Kommando übernommen hatte und dies anscheinend niemanden störte. Sie fauchte ihn wütend an, folgte ihnen dann aber, als sie alle in den Wald, weg vom Rudel, flogen. Demon schoss zwischen den Bäumen hindurch und hörte die anderen Drachen hinter sich. Nach einer Weile erreichten sie eine grosse Lichtung und der Holzklau landete und wartete auf seine Verbündeten. Langsam trafen auch alle anderen ein und blickten ihn an. "Wer sind diese fremden Drachen? Du hättest uns vorwarnen können, dass sie Verbündete haben, welche ihnen zu Hilfe kommen werden!", knurrte Vendetta wütend und stellte sich bedrohlich vor Demon. Dieser blickte sie gelassen an und sagte: "Warum fragst du dies nicht sie?" Er drehte seinen Kopf zu Silver, welche gerade in diesem Moment auf der Lichtung landete. Sie merkte, dass sie von allen angestarrt wurde und fauchte: "Was glotz ihr so?" Todbringer machte ein paar Schritte auf sie zu und knurrte: "Warum hast du uns nicht gesagt, dass sie so viele Verbündete haben?" Man konnte Silver ansehen, dass sie dem Leuchtenden Fluch am liebsten an die Kehle gesprungen wäre, doch sie riss sich zusammen und flüsterte wütend: "Ich habe diese fremden Drachen noch nie gesehen. Ich denke nicht, dass das Rudel sie kennt." Demon betrachtete Silver eine Weile schweigend und sprach dann: "Wie auch immer. Wir müssen jetzt jedenfalls einen neuen Plan erarbeiten. Wir sind jetzt in Unterzahl, doch bei ihnen kämpfen auch Drachen, welche nicht viel Kampferfahrung haben. Dies werden wir ausnützen!"

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